Kinos wollen mit DVDs und Video-on-Demand überleben

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Nicht nur die deutsche Kinokette Cinemaxx steckt seit dem Kino-Rekordjahr 2001 in einer Dauerkrise. Aus der Flaute führen sollen unter anderem Online-Ticketverkäufe, zusätzliche DVD-Geschäfte und Video-on-Demand.

Die Aktien der Cinemaxx-Gruppe starteten 1998 mit 25,54 €, heute hängen sie bei 80 Cent. Gründer und Vorstandsvorsitzender Hans-Joachim Flebbe, seit 35 Jahren im Kinogeschäft, muss sich allmählich wieder etwas Neues einfallen lassen. Eine großartige Idee will ihm jedoch nicht kommen, wie er in einem Interview mit der Wirtschaftswoche bekannte:

“Den großen Wurf wie damals mit der Einführung der Multiplexe, der großen Kinocenter, wird es nicht mehr geben. Wir müssen viele kleine Schritte tun, um uns weiterzuentwickeln: unser Internetportal dynamischer gestalten, den Online-Verkauf von Tickets ausbauen, Tickets über das Handy anbieten. Und wer ein Ticket buchen möchte, muss die Chance haben, Trailer von allen Filmen zu sehen, die bei uns laufen.”

Er will auch wieder auf die Gemeinschaft der Kinobesucher setzen: “Mit 20 Millionen Gästen haben wir eine Community, die auch andere kinoaffine Leute kennenlernen will. Wir haben schon an jedem Standort Filmclubs, die bauen wir aus.”

Zwar zogen 2006 Umsatz und Besucherzahlen wieder an, doch auch Flebbe ist sich nicht sicher, wie dauerhaft diese Entwicklung ist. Denn es gebe inzwischen mehr Outdoor-Angebote wie früher, und durch DVD und Video-on-Demand seien Filme leichter verfügbar. Da helfe es nur, das Kino als emotionales Gemeinschaftserlebnis noch mehr herauszustellen. Durch die Digitalisierung seien die Kinos zudem auch in der Lage, Live-Übertragungen von Konzerten oder Sportveranstaltungen anzubieten.

Und wenn alles nichts hilft, könnte man ja auch ein wenig ins andere Lager wechseln:

“Außerdem überlegen wir … ins DVD-Geschäft einzusteigen oder Video-on-Demand anzubieten.”

(bk)

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