Online-Buchshops: Der Weg zum Kauf ist oft schwer

E-CommerceMarketing

Auch große Anbieter im Web machen es ihren potentiellen Kunden nicht immer leicht. Das sind die Ergebnisse einer Studie, die die drei größten Online-Buchhändler unter die Lupe genommen hat.

Rechtzeitig zur Leipziger Buchmesse (22. bis 25. März 2007) erscheint eine Studie, die belegt, dass selbst große Online-Buchshops es ihren potentiellen Kunden schwer machen. In der Studie wurden Ende des vergangenen Jahres die Websites der drei größten Online-Buchhändler auf ihre Gebrauchstauglichkeit geprüft. Die Studie offenbart erhebliche Mängel.

Getestet wurden die Websites der Online-Buchhändler Amazon.de, Buch.de und Weltbild.de. Das Hamburger Unternehmen SirValUse Consulting hat diese Tests sowohl unter Labor-Bedingungen als auch mit der Methode des Remote-Testing, also “beim Kunden zu Hause”, durchgeführt. Die Studie prüfte die wichtigsten Funktionen zur Kaufvorbereitung auf ihre Usabilty: Wie findet ein Kunde das gesuchte Produkt, was erfährt er über das Produkt und wie bringt er es schließlich in den Warenkorb.

Im Ergebnis zeigen die Tests, dass schon die Suchfunktion der Websites keineswegs immer bedienerfreundlich gestaltet ist. Die Suche
als wichtigster Schritt auf dem Weg zum Kauf ist der Studie zufolge bei allen drei Online-Buchhändlern verbesserungswürdig. So wurden beispielsweise Hörbücher und DVDs angezeigt, wo der Kunde explizit nur nach Büchern suchte. Eine andere Suche ergab eine Liste mit 5000 Treffern.

Im Vergleich der drei Online-Händler zeigte sich, dass der Anbieter mit dem höchsten Bekanntheitsgrad, Amazon.de, keineswegs immer am besten abschneidet. Die Website wurde zwar als informativ, aber auch als blass bezeichnet. Die Probanden fanden die Startseite von Buch.de am besten gestaltet: informativ, gut strukturiert, übersichtlich. Die Website von Weltbild.de wurde als zu überladen und unübersichtlich kritisiert.

Problematisch erschien den Probanden vielfach die Gestaltung der Warenkorb-Funktion. Bei Weltbild.de war schon das Auffinden des Warenkorbs, der ja schließlich unmittelbar zur Bestellung führen soll, schwierig. Anderen Probanden wurde nicht klar, wie sie Bücher aus dem Warenkorb wieder herausnehmen können. Kritisiert wurde auch, dass häufig auf der Warenkorb-Seite allzu viele Produkte empfohlen werden, obwohl der Kunde bereits seine Wahl getroffen hat. (bwi)