SAP versucht sich an Web-Services
Kann SAP die kleinen Unternehmen gewinnen?

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Das ERP-Unternehmen SAP muss sich etwas einfallen lassen, wenn es die kleinen und mittleren Unternehmen für sich einnehmen will, meinen zahlreiche britische und amerikanische Analysten.

SAP will mehr kleine Unternehmen ansprechen

SAP versucht sich an Web-Services

SAP sitzt fest im Sattel der deutschen Großunternehmen – international und im Wachstumsbereich der Mittelständler auch in anderen Ländern hat das Unternehmen noch einige Herausforderungen vor sich.

Dazu will SAP zur CeBIT ein Software-Paket von Unternehmensanwendungen auf den Markt bringen, das auf Klein- und mittelständische Unternehmen (KMUs) abzielt. Genaues wusste man zum Redaktionsschluss noch nicht, aber das A1S-Paket wird neben dem Business One Paket von SAP existieren, das auf den mittelständischen Markt ausgerichtet ist – und ebenfalls neben SAP All-in-One, was MySAP ERP und MySAP CRM umfasst. Nach der CeBIT muss noch ein wenig Zeit ins Land gehen, bevor sich die Anstrengungen des Software-Hauses wirklich beurteilen lassen.

“Wir vereinen die Leistung von NetWeaver mit einem neuen Ansatz in der Art und Weise, wie Software heute geliefert und verwendet wird, um ein breites Segment an mittelständischen Firmen zu erreichen, deren Anforderungen weder die traditionellen noch die zurzeit verfügbaren On-Demand Lösungen abgedeckt werden”, sagte kürzlich Henning Kagermann, der Vorstandssprecher von SAP.


Ist On-Demand die Lösung?

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Eine On-Demand Komponente wird auf alle Fälle zugesichert, aber laut Joshua Greenbaum, Chef von Enterprise Applications Consulting, könnte A1S auch eine Appliance-based (Hardware-basierte) ERP-Lösung beinhalten.

“Das ist ein altes Modell für den Mittelstand und geht auf System 36 zurück. Fertiglösungen und vorkonfigurierte Anwendungen, die mit äußerst geringer Datenbankverwaltung starten und laufen”, sagt Greenbaum.

SAP hat sich Intel, HP und IBM zu Partnern gemacht, um seinen Business Intelligence (BI) Accelerator für NetWeaver zu entwickeln, im Wesentlichen ein Tool, das Hardware und Software in einem einzigen Paket bündelt und keine zugrunde liegende Datenbank benötigt.

Man kann sich also gut vorstellen, dass SAP sich an die gleichen Partner wendet, um ein ERP-basiertes Tool zu vertikalisieren. Judith Hurwitz, Präsidentin und Geschäftsführerin der gleichnamigen Analystenfirma aus den USA glaubt, dass SAP einen guten Start beim Aufbau der Komponenten für ein On-Demand Paket hat, als da sind: modulare Produkte, “gestreamlineter” Code, eine Browser-Schnittstelle für Web 2.0 und zuverlässiger Support.


Erfolg bei SaaS nur mit Investitionen?

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“Schaut man auf SalesForce.com, so hat das Unternehmen große Gewinne bei den mittelständischen Unternehmen erzielt, die der Meinung sind, ‘ich möchte die Automatismen von SalesForce aber ich will keinen System-Administrator und möchte auch keine Hardware kaufen.’ Also liegt das Unternehmen mit Software-as-a-Service gut im Rennen. Aber etwas Größeres und Komplexeres wie ERP in Angriff zu nehmen und dabei die gleiche Philosophie zu verfolgen, ist dann schon eine echte Herausforderung. Es gibt einfach viel mehr bewegliche Teile?, meint sie.

Auch stellt Hurwitz die Frage, wie viel SAP wohl gewillt ist in das On-Demand Geschäftsmodell zu investieren. Monatliche Geldeinnahmen aus einem Abonnement anstatt aus Vorauszahlungen über die traditionelle, konstante Lizenzstruktur könnten nicht nur den Endgewinn einer Firma beeinträchtigen, sondern auch die Sicht der Investoren auf das Unternehmen.

“Langfristig könnte SAP mit On-Demand Verkäufen mehr Geld machen. Kurzfristig kann es zu Gewinneinbußen kommen” meinte sie.


Sind SAPs Anstrengungen ausreichend für guten Web-Service?

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Eine weitere Herausforderung liegt im Aufbau eines indirekten Vertriebskanals (Channel), über den die SAP-Dienste verkauft werden müssen. Kagermann hat bereits zukünftige Investitionen zur Entwicklung von “neuen Kundenbindungsmodellen und einem weit reichenden und diversifizierten Partner-Ökosystem” vorgesehen. Im Januar hat SAP zu diesem Zweck eine neue KMU-Abteilung gegründet.

Die Entwicklung eines neuen On-Demand Pakets ist jedoch keine leichte Aufgabe, hob Zach Nelson, Chef bei dem On-Demand ERP-Anbieter NetSuite hervor.

“Wenn SAP ein On-demand Paket auf den Markt bringt, das nur ein Jahr Entwicklungszeit hinter sich hat, wird es nicht über die Funktionalitäten verfügen, die mittelständische Unternehmen benötigen”, sagte er voraus.

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