DOSSIERS
Tonerstaub
Feinstaub im Büro?
Interview mit Professor Mersch-Sundermann über die Gefährlichkeit von Tonerstaub
Tonerstaub

PCpro: Schaden Laserdrucker der Gesundheit?
Mersch-Sundermann: Der Betrieb eines Laserdruckers erhöht die Staub- und Feinstaub-Konzentration im Büro, das ist ein messbarer Effekt, wie unsere Studie gezeigt hat. Die Frage ist nun, ob das auch mit einer gesundheitlichen Wirkung verknüpft ist. Hier sind weitere Studien notwendig. Sehr empfindliche Personen reagieren sicher akut auf den Tonerstaub, aber auch auf Zigarettenrauch und Ähnliches. Man spricht dann von einem hyperreagiblen Bronchialsystem.
PCpro: Für gesunde Menschen sind die gemessenen Konzentrationen also unproblematisch?
Mersch-Sundermann: Die Staubbelastung blieb unter den MAK-Werten der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Allerdings besagen diese Werte nur, welcher Staubkonzentration ein gesunder Erwachsener am Arbeitsplatz maximal acht Stunden täglich ausgesetzt sein darf. Laserdrucker stehen aber zum Beispiel auch in Kinderzimmern und Wohnräumen. Deshalb sind die hohen Werte, die wir gemessen haben, im Sinne der Innenraumluft-Hygiene nicht tolerierbar. Das bedeutet nicht, dass akute Gesundheitsschäden drohen. Es fehlen aber noch Erkenntnisse zu einer möglichen chronischen Wirkung.
PCpro: Der Feinstaub aus dem Straßenverkehr wird unter anderem für Allergien, Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich gemacht.
Mersch-Sundermann: Die verschiedenen Emissionen sind in ihrer Art und Wirkung nicht direkt vergleichbar. Wir müssen die Drucker-Emissionen nun hinsichtlich Ihrer biologischen Wirkung prüfen. Es gibt hier bisher nur sehr wenige Studien. Eine zeigt zum Beispiel, dass bei Mitarbeitern von Copyshops vermehrt Brüche in der Erbsubstanz in den Schleimhautzellen der oberen Atemwege auftreten.
PCpro: Klingt gefährlich.
Mersch-Sundermann: Es muss aber nichts bedeuten. Wenn Sie eine einzige Zigarette rauchen, treten diese Brüche ebenfalls auf. Dennoch sind es erste Indikatoren. Solche Studien fließen deshalb in die Risikobewertung ein.
PCpro: Konnten Sie in Ihrer Pilotstudie herausfinden, ob bestimmte Drucker oder Toner gefährlicher sind als andere?
Mer
sch-Sundermann: Der Wartungszustand des Druckers spielt eine Rolle, das ist aber nur ein erster Eindruck und noch nicht statistisch nachgewiesen. Ich empfehle daher, regelmäßig eine Reinigung und einen technischen Check durchzuführen. Ob Geräte bestimmter Hersteller gefährlicher sind als andere, lässt sich aus unserer Pilotstudie nicht ableiten. Dazu bedarf es weiterer differenzierter Studien.
PCpro: Müssten Sie dafür nicht allzu viele verschiedene Geräte testen?
Mersch-Sundermann: Nicht unbedingt, es genügt, wenn man einige Modellgeräte auswählt. Die Geräte unterscheiden sich eher in der Menge als in der Art der bedenklichen Ausstöße






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