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Tonerstaub
Feinstaub im Büro?
Macht Toner-Staub aus Laserdruckern krank? Eine neue Studie der Universität Gießen nährt den Verdacht vieler Betroffener, bestätigt ihn aber noch nicht.
Feinstaub und giftige Inhaltsstoffe
Tonerstaub

Bläschen an den Fingern, rissige Haut und blutige Hände ? für den Hautarzt schien der Fall klar: »Die haben Sie in Salzsäure getaucht.« Frank Scholze (Name geändert) kann beinahe schmunzeln, wenn er von den Unterstellungen und Fehldiagnosen seiner Ärzte erzählt. »Das ist eindeutig Neurodermitis«, erklärte ihm ein anderer Fachmann. Das Kuriose: Arbeitete Scholze im Büro, entzündeten sich seine Hände. Nach wenigen Tagen im Urlaub oder auf Seminaren verschwanden die Symptome. Eine Kollegin brachte ihnen endlich auf die richtige Spur: Er sei doch nur eine halbe Stunde im Büro gewesen, was habe er denn da angefasst? Frank Scholze hatte für einen Kundentermin einige Unterlagen ausgedruckt ? auf seinem vier Jahre alten Laserdrucker.
1250 Tonergeschädigte
Hans-Joachim Stelting kennt viele solcher Fälle, 1250, um genau zu sein. Der ehemalige Kriminalbeamte ist Gründer und Leiter der Interessengemeinschaft Tonergeschädigter. Egal ob IT-Techniker, Sekretärin oder Buchhalter: Wer sich bei Stelting meldet, der hatte täglich mit Laserdruckern oder Kopierern zu tun. Frank Scholze handelte noch rechtzeitig: Die Firma tauschte seinen Laserdrucker gegen ein Tintenstrahlgerät, die Ausdrucke der Kollegen fasste er nur noch mit einer Kuchenzange an. Weil aber in den Büros der Kollegen noch die gleichen Laserdrucker standen und seine Hände bereits rebellierten, sobald er die Büroluft einatmete, machte er sich selbstständig ? und lebt seitdem weitgehend beschwerdefrei. Stelting erwischte es schlimmer, seine Lunge wurde irreparabel geschädigt.
Teilweise Unterstützung bekommt Stelting von einer praxisnahen Studie der Universität Gießen, deren erste Ergebnisse Ende Januar vorgestellt wurden. Die Forscher untersuchten acht Monate lang die Luft in 63 Büroräumen, darunter auch in Abgeordnetenbüros des Deutschen Bundestages. Gemessen wurde unter anderem im laufenden Druckbetrieb und während der Nachtruhe. Die Forscher fanden bei ihren Untersuchungen schädliche metallische Partikel wie Eisen, Silizium und Aluminium, flüchtige organische Verbindungen und Ozon, allerdings überwiegend in Mengen, die als unbedenklich gelten. Beim Druckbeginn stieg jedoch die Konzentration an feinen und ultrafeinen Stäuben schlagartig an ? darunter winzige Partikel mit Durchmessern zwischen einem 10- und 1000-Millionstel Millimeter.
Staubkonzentration »nicht tolerierbar«
Der Leiter der Studie, Volker Mersch-Sundermann, nennt die gemessenen Staubkonzentrationen »nicht tolerierbar«. Zugleich verweist er im Interview mit PC Professionell darauf, dass die bisherigen Erkenntnisse weder die Schädlichkeit noch die Unschädlichkeit der Toner und Drucker ausreichend belegen. Eine genauere Auswertung der Daten erfolge derzeit, weitere Ergebnisse würden in den nächsten Wochen vorgestellt.
Der Auftraggeber der Studie, das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), gibt in einer Pressemitteilung ebenfalls teilweise Entwarnung: »Die ersten Ergebnisse erlauben keine Rückschlüsse auf gesundheitliche Probleme durch Toner-Emissionen.«
Aus Sicht der Hersteller ist die Sachlage noch eindeutiger. Bei normalem Gebrauch sei »kein besonderes Gesundheitsrisiko durch den Betrieb von Laserdruckern und -kopierern zu erwarten«, erklärt der Industrieverband Bitkom.






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