INQ zerlegt Nvidia 8600GT/GTS und 8500GT

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Es sollte diese Grafikkarten noch gar nicht geben, aber sie sind schon in freier Wildbahn angekommen – und die heißt CeBIT.

Nvidia hat sich entschieden, seine Grafikkarten für den breiten Markt im April herauszubringen. Somit sollte die CeBIT nicht die Nachrichten liefern, die hier heiß erwartet wurden. Doch es kam, wie es einfach kommen musste. Wir sahen verschiedene Grafikkarten mit den Grafikprozessoren R600, G84 und G86 neben massenhaften Chipsets von Intel und Nvidia, die es eigentlich auch noch nicht geben sollte.

Aber das sind andere Geschichten. Hier geht es darum, wie Geforce 8600GTS, 8600GT und 8500GT aussehen. Die 8500GT basiert auf G86-300 rev A2, während G84 die 8600-Karten antreibt.

Geforce 8600GTS

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Die Platine ist kürzer als bei der 7900GT. Doch die Leistung sollte weitaus besser sein, als es die OEM-Partner bislang erwartet haben

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Die externe Stromzufuhr garantiert eine stabile Stromversorgung für die hochgetaktete GPU und den Speicher.

Nvidias Stolz und Freude für 200 $ wird auf 256 MB von GDDR3-Speicher beruhen, der entweder von Samsung oder Qimonda kommt. Die Taktrate der GPU ist auf 675 MHz festgesetzt, während der Speicher mit 1000 MHz DDR läuft – übersetzt in den Marketing-Slang heißt das 2 GHz, und das wäre dann 200 MHz schneller als bei der 8800GTX. Das ist möglich, weil die G84-GPU einen 128-bit-Memory-Controller benutzt und dabei mit weniger Speicherfehlern zu rechnen ist, so dass die OEM-Partner schneller takten können als offiziell vorgesehen.

Dieses Teil zieht mehr Strom als die vorhergehende 7600GT, daher muss eine externe Stromzufuhr her über einen 6-Pin-PCIe-Anschluss, und die Platine musste von der klassischen 7600 auf die schwere neue 8-Layer-Platine umgestellt werden.

Das größte Schlammassel, das Graphzilla jetzt noch hat, ist das mit HDCP beziehungsweise der Abwesenheit davon. Nativ unterstützt G86 HDCP, aber G84 hat Probleme. Daher werden die Partner zusätzliche Encrypto-Key-EEPROM-Chips zukaufen müssen, damit die GF8600GTS praktisch alle HD-Inhalte dort draußen handhaben kann.

Geforce 8600GT

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Die gute alte Platine 6600/7600 sieht aus wie neu und bekommt ihren großen Auftritt

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Hier ist kein externer Anschluss zu sehen, daher ist man auf das Wohlwollen des Motherboards angewiesen

Die Geforce 8600GT ist die typische Lösung für 150 Dollar / Euro, bietet jedoch einen ordentlichen Leistungsschub gegenüber der 7600GT oder der 7600GS sowie ähnlichen Varianten. Diese hier basiert auf einer typischen 7600-Platine, daher kann man relativ erschwingliche Preise durch die günstigen 6-Layer-Platinen erwarten. Durch das den Partnern bereits wohl bekannte Platinendesign konnten diese Firmen mit flexiblem Tempo an die Arbeit gehen, und daher ist schon im Zeitraum von Ende April / Mai mit “Golden Samples” zu rechnen.

Die Taktrate des Speichers wurde auf 700 MHz DDR (1,4 GHz) heruntergeschraubt, und der Speicher ist natürlich GDDR3. Die GPU selbst ist mit 540 MHz getaktet, aber da es die gleiche wie innerhalb der 8600GTS ist, bleibt der Overclocking-Spielraum nach oben nur begrenzt durch die verfügbare Stromstärke, die über den PCIe-x16-Slot kommt (maximal 75 W). Die Stromstärke ist von Haus aus auf rund 43 W bemessen, so dass die GPU in der Lage sein sollte, 600 MHz zu erreichen oder mehr.

Geforce 8500GT

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Das neue Einsteiger-Modell kommt mit 128 oder 256 MB Speicher. Den OEM-Partnern zufolge benutzt sie einen 128-bit-Bus, was Informationen widerspricht, die wir zuvor erhielten.

Die Geforce 8500GT basiert auf dem G86-Chip, der es bis zur endgültigen A2-Revision gebracht hat. Obwohl Nvidia die Einzelheiten dieser GPU der Einsteiger-Klasse noch im Dunkeln lassen möchte, haben wir eine Reihe interessanter Details herausfinden können. Der Memory-Controller sollte den Fehler korrigieren können, den die Firma mit den 7300-Chips beging (in diesem Bereich kann der G86 sich gegen den RV610 behaupten), und dieser breite Bus sollte mit GDDR3- bzw. DDR2-Speicher verbunden sein (einige wenige Karten sind auch mit GDDR3 zu erwarten). Was die Preise angeht, möchte die Firma die 256-MB-Varianten für um die 100 Dollar / Euro verkaufen, während die mit 128 MB bestückten Karten für 79 $ / € im Regal stehen sollten.

Der April jedenfalls wird der DirectX-10-Monat sein.

(Von Theo Valich in Hannover/bk)

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