IT-Energiekritik ist ungerechtfertigt
“Grüne IT” ist keine Sache von Schwarz-Weiß-Malerei

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In letzter Zeit wurde viel über IT, ihre Auswirkungen auf die Umwelt, die Leistungsfähigkeit oder auch ihren Energieverbrauch diskutiert. Diese Debatten sind sicher gerechtfertigt. Aber mit dem Versuch, der Technologie-Industrie den schwarzen Peter als bösen Energieverschwender zuschieben zu wollen, liegt man völlig daneben.

Drastische Ratschläge für Energiedynamik

IT-Energiekritik ist ungerechtfertigt

Die Skepsis ist verständlich, zumal im Moment die Jagd auf ein “grünes Image” einer regelrechten Landnahme gleichkommt. Ein Teil des Problems liegt in der IT selbst begründet. Patrick Fogarty, Mitarbeiter bei Norman Disney & Young, einem technischen Beratungsunternehmen, hielt auf der Londoner “Datacentre Energy Dynamics? Conference“, wo es um Energiedynamik in Rechenzentren ging, mit drastischen Ratschlägen nicht hinterm Berg.

“Wir im IT-Bereich sind ein Sammelsurium von völlig unterschiedlichen Interessengruppen. Wann immer Sie sich also in die Debatte um Energieeffizienz einklinken, schalten Sie vorher den Filter für Ihren eigenen Mist ein”, sagte er.


Die Jagd nach dem Schuldigen

IT-Energiekritik ist ungerechtfertigt

Wie in einem Krimi von Agatha Christie kann die Antwort auf die Frage nach dem Schuldigen manchmal “alle” lauten. Alle Besitzer von Komponenten sind bis zu einem gewissen Grade mitschuldig. Den Chiphersteller, den Software-Entwickler oder irgendein anderes Element als Sündenbock herauszugreifen, zeugt nur von einer anderen Art “grünem Verhalten”, nämlich Naivität.

Tatsächlich befinden wir uns noch immer in einer steilen Lernkurve, aber am Horizont zeigen sich verschwommen Anhaltspunkte, wie die Energieeffizienz verbessert werden kann.

So haben wir jetzt zumindest eine gewisse Vorstellung vom Ausmaß des Problems, nachdem die Lawrence Berkeley National Laboratories entdeckt haben, dass Server und die damit verbundene Infrastruktur nur gerade mal 1,2 Prouent des Gesamtverbrauchs an Energie in den USA im Jahre 2005 ausmachten. Obwohl diese Zahl doppelt so hoch wie im Jahr 2000 lag, macht dies doch deutlich, dass Rechenzentren noch nicht einmal in die Nähe des Verdachts kommen, solche “Energieschweine” zu sein wie einige angenommen hatten.

Zweitens: Lösungen zeichnen sich ab. Eine Firma, die Rechenzentren konzipiert und den Namen “Future-Tech” trägt, verändert die Energienutzung in Parkgaragen oder sogar Kuhställen. Eine Universität trägt sich mit dem Gedanken, die von ihrem Rechenzentrum erzeugte Wärme zu verwenden, um Anlagen und Einrichtungen zu heizen. Eine andere versucht, ein Forschungszentrum mit dre Abwärme seiner Rechenzentren zu versorgen. Auch ökologisches Bauen ist auf rasantem Vormarsch.


IT-Energie: Forschen statt schwätzen!

IT-Energiekritik ist ungerechtfertigt

Eine kürzlich durchgeführte Untersuchung deutet darauf hin, dass die Luft von separaten Rechenzentren weniger schädliche Verunreinigungen enthalten könnte als angenommen. Eine Google-Studie zu Festplatten lässt vermuten, dass Festplatten in Massenspeichern weniger störanfällig sind als gedacht.

Auch die Messung des Rohstoffverbrauchs berücksichtigt nicht, wie dieser durch die Technologie beeinflusst wird. Es ist die IT, die hinter eBay, Amazon und einer Million anderer Seiten steht, die wiederum den Bedarf an Einzelhandelseinrichtungen und die Notwendigkeit von Reisen verringern.

Im weiteren Sinne kann man sagen, dass die IT im Verhältnis zur Gesellschaft recht gut dasteht. Sie ist der Schlüssel zum Wohlstand für viele Entwicklungsländer, und der Bedarf an EDV-Kenntnissen fragt nicht nach Geschlecht, Hautfarbe oder Glauben.

Die Untersuchung der Dynamik von Datenzentren und deren Verhältnis zur Energieeffizienz steckt noch in den Kinderschuhen. Es könnte für alle nützlich sein, weniger zu schwätzen und sich mehr auf die Forschung zu konzentrieren als auf entrüstete Anklagen, Halbwahrheiten und Schuldzuweisungen.