Outsourcing ist out: Gute Aussichten für Europas IT-Branche

Politik

IT-Auslagerung nach Asien zieht häufig Koordinationsprobleme und hohen Zeitaufwand nach sich, erklärten zahlreiche Unternehmen in einer Umfrage von KPMG. Der Anteil der Unternehmen, die lieber lokale Aufträge geben, stieg um 16 Prozent.

Die europäische IT-Branche kann sich auf höheren Auftragseingang freuen: Eine Umfrage der Unternehmensberater von KPMG bei IT-Verantwortlichen in ganz Europa ergab, dass wieder 51 Prozent planen, mehr Aufträge an regionale Anbieter vergeben zu wollen. Voriges Jahr waren es nur 35 Prozent.

Befragt wurden rund 100 IT-Verantwortliche in über 20 europäischen Ländern. Zwei Drittel der teilnehmenden Unternehmen erwirtschaften über 500 Millionen Euro pro Jahr, 45 Prozent sogar über eine Milliarde Euro.

Die Unternehmen würden planen, ihre IT-Ausgaben für einheimische Serviceanbieter zu erhöhen. Die Kostenvorteile von indischen und chinesischen Dienstleistern würden nach eingehenden Erfahrungen durch fehlende Kundennähe, mangelnde Qualität, unverständlichen Service oder mangelnder technischer Leistungsfähigkeit wider aufgehoben. 29 Prozent können von enttäuschenden Erfahrungen mit asiatischen Dienstleistern erzählen.

42 Prozent der befragten IT-Leiter sagten, dass die Europäer im Vergleich zum Vorjahr technisch versierter geworden seien. Fast 40 Prozent meinen, dass die lokalen Dienstleister ihr Angebot besser auf regionale Bedürfnisse anpassen könnten.

Die Leistung sei für Kunden letztendlich wichtiger als der Preis, erklärte Bruno Wallraf, Leiter des Electronics & Software-Netzwerkes von KPMG, gestern in Berlin. Um den Nachfrageschwung in Europa auch auffangen zu können, sei die Politik in Fragen der IT-Ausbildung gefordert – sonst würde Europas Technologiebranche durch den drohenden Mangel an Fachkräften wieder ins Hintertreffen geraten. (mk)

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