Internet-Betriebssystem kommt aus Schweden

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Ein schwedisches Unternehmen entwickelt ein Betriebssystem, das mit einem Browser als Client auskommt und in dem sich Applikationen per XML erzeugen lassen. Zu den Geldgebern gehören ein ehemaliger Microsoft-Finanzchef und der frühere Windows-NT-Entwicklungsleiter.

Die schwedische Firma Xcerion AB erhält eine Finanzspritze von 10 Millionen US-Dollars. Zu den Anlegern der Venture-Capital-Geber “Northzone Ventures” gehören der Ex-Microsoft-Finanzchef John Connors und der ehemalige Windows NT-Chefentwickler Lou Perazzoli.

Die Firma arbeitet schon seit 2001 an einem Browser-basierten Betriebssystem mit den Decknamen “XML Internet OS” und ” Xcerion Internet OS” (XIOS). Nun gaben das Unternehmen und seine Geldgeber Finanz-Hintergründe und Zukunftspläne bekannt (Mitteilung hier als PDF): Das System soll lizenzfrei per Download erhältlich sein und sich per Werbung finanzieren. Die Nutzung einer werbefreien Variante soll nur 5 bis 10 Dollar pro Jahr kosten.

Zielgruppe des Betriebssystems, das eine Linux-Weiterentwicklung (oder sogar -Vereinfachung) ist, sind vor allem kleine Unternehmen und Privat-User. Mit Hilfe von vorgefertigten XML-Statements sollen sich Web-Anwendungen in wenigen Wochen programmieren lassen. Die Client-Einstellungen für die Desktops können übe jeden Browser von überall her abgerufen werden.

Das Programm soll ab dem dritten Quartal 2007 angeboten werden. Eine Office-Suite mit Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, E-Mail-Client, Terminverwaltung und Präsentationsprogramm soll zeitgleich erhältlich sein.

Wenngleich alles nach Internet und Web-Services klingt: Es handele sich nicht um ein reines Online-OS, sondern könne auch offline genutzt werden, erklärt Firmengründer Daniel Arthursson. Trotzdem seien alle Daten überall verfügbar – bei jeder Internetverbindung erfolge ein Datenabgleich. Der Firmenchef hofft, viele Windows-Applikationshersteller ins Boot zu holen. Das Umschreiben ihrer Anwendungen auf den Web-Dienst von Xcericon ginge ziemlich einfach und ihr Betrieb per Web würde nur eine geringe Gebühren kosten. (mk)

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