Gaming-Sucht: Internet-Sperre für Informatik-Studenten

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Eine indische Eliteschule zieht Konsequenzen, nachdem mehrere Studenten Selbstmord begingen.

Wird das Web 2.0 zu einem Problem? Eines des großen indischen Ausbildungsinstitute für IT hat seinen Studenten den nächtlichen Internet-Zugang gekappt. In den 13 Studentenwohnheimen finden seit Anfang der Woche keine nächtlichen Online-Ausflüge mehr statt.

Das Mumbai Institute of Technology (IIT) ist eine von sieben indischen Kaderschmieden, die seit über einem Jahrzehnt Computergenies für die boomende IT-Branche heranziehen. In letzter Zeit kamen jedoch immer stärkere Bedenken wegen der sozialen Isolation der Studenten auf. Sie erschienen zu spät im Unterricht und schliefen dabei noch halb. Soziale, kulturelle und sportliche Aktivitäten gingen drastisch zurück. Wie die Institutsleitung erklärte, ist eine alarmierende Anzahl ihrer 5.000 Studenten süchtig geworden nach Gaming, Blogging, File-Sharing und Online-Filmen. Prakash Gopalan, Dekan für studentische Angelegenheiten:

“Als wir nach der Ursache dieses Problems suchten, fanden wir schon bald heraus, dass sich diese Studenten in ihren Räumen einschlossen … Wenn wir sagen, dass es richtig ist, Alkohol, illegale Drogen und Rauchen zu verbieten, warum sollte es dann einen Medienrummel geben um die Einschränkung des Internets, das dabei ist, selbst zu einer Sucht zu werden?”

Als Anlass für die einschränkende Maßnahme gilt der Tod des 22-jährigen IT-Studenten Vijay Nukala, der sich in seinem Studenten-Appartment erhängte. Sein Suizid wurde in Zusammenhang mit exzessiver Computernutzung gebracht, und ihm ging bereits eine Serie von Selbstmorden voraus.

Die übrigen IT-Institute denken jetzt über ähnliche Verbote und Einschränkungen nach. “Wir beobachten dieses Experiment sehr genau”, erklärte Professor Anurag Sharma vom IIT Delhi.

(Newsdesk Inquirer/bk)

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