Bin-doch-nicht-Blöd-Märkte bringen Blogger zum Schweigen

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Sie machen eine schon auf den ersten Blick schweinische Werbung. Und ihr Anwalt macht gerne Sprüche vom Gras, das nicht mehr wächst, wo er hinlangt. Aber wenn einer ihre Werbung ein wenig veralbert – da verstehen sie gar keinen Spaß.

“Lasst euch nicht verarschen”, fordern sie ihre Konsumenten beispielsweise auf. Und dazu grunzen die Pochers und die Schweine, was das Zeug hält.

Das geht vielen zu Recht auf den Sack, um in der Sprache der Media-Markt-Werber zu bleiben. So zum Beispiel dem Blogger Rainer Kohnen, der sich gegen diese aufdringlichen Zumutungen mit seiner Website media-bloed.de zur Wehr setzte. Und das war eigentlich nur eine relativ harmlose Parodie, deren zwangsläufigem Konsum kein einziger Unschuldiger so gnadenlos ausgesetzt wurde wie der dummdreist kreischenden Originalwerbung.

Nach einer einstweiligen Verfügung mit Androhung von 250.000 Euro gab Kohnen aus finanziellen Gründen auf und nahm die angefeindeten Inhalte aus dem Netz. Er bittet in seiner Site jetzt um Verständnis dafür, dass er sich entschieden hat, es nicht auf eine gerichtliche Auseinandersetzung mit dem von Media-Advokat Steinhöfel erzwungenen hohen Streitwert einzulassen.

Er ist nicht das erste Opfer dieses Anwalts, der sich seiner Aktivitäten auch noch in eitler Selbstdarstellung rühmt. Auch kleinere Elektronik-Märkte und Online-Shops haben unter einer von ihm produzierten Flut von Abmahnungen im Auftrag der Media-Märkte zu leiden, die offensichtlich als Mittel des Wettbewerbs eingesetzt werden.

(bk)

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