Deutsche Web 2.0-Portale auf Erfolgskurs

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Nach dem Boom von US-Web 2.0-Portalen wie Youtube und Co versuchen deutschsprachige Web 2.0-Angebote ihre amerikanischen Vorbilder abzuhängen.

Spätestens seit dem Kauf von Myspace durch Rupert Murdoch ist es klar: Mit Web 2.0-Angeboten lässt sich richtig viel Geld verdienen. Auch hierzulande. Und so holen die deutschen Kopien amerikanischer Websites auf. Deutsche Startups wie die Videoplattformen Myvideo.de, Clipfish oder der Bookmark-Dienst Mister Wong wachsen rasant – und könnten bald schon ihre US-Vorbilder abhängen.

So lag die deutsche Youtube-Kopie Myvideo im Januar nur noch knapp hinter dem Original Myspace auf Platz zwei. Und auch soziale Netzwerke wie Xing oder StudiVZ profitieren vom Heimvorteil: Sie verstehen am besten, wie der Markt in der Bundesrepublik funktioniert.

Vor allem StudiVZ wächst schnell. Der Vorteil des deutschen Studentenportals gegenüber dem amerikanischen Original Facebook: Hier können deutsche Studenten mit Kommilitonen Kontakt aufnehmen. StudiVZ ist mit mehr als einer Million angelegten Profilen die Nummer eins in Deutschland.

Ein Vorteil der deutschen Kopien: Sie existieren meist lange, bevor die US-Unternehmen ihre angepassten Versionen starten. Während Xing schon in 16 Sprachen nutzbar ist, existiert der bisherige Marktführer Linkedin aus den USA bislang nur auf Englisch. Erst in diesem Monat wird das Unternehmen eine deutsche Website starten. Die Marktführerschaft in Deutschland dürfte Xing langfristig sicher sein.
Die Chancen für Web 2.0-Anbietern, ihre Werbeeinnahmen zu steigern, stehen gut. Dem Bundesverband Digitale Wirtschaft zufolge stieg der Umsatz mit Internetwerbung in Deutschland letztes Jahr um über 60 Prozent auf knapp 2 Milliarden Euro.

Da wundert es nicht, dass deutsche Medienunternehmen in diesen lukrativen Markt eingestiegen sind: Der TV-Konzern Pro Sieben Sat 1 Media ist an der deutschen Youtube-Kopie Myvideo.de und an dem Webtreffpunkt Lokalisten.de beteiligt. Der Holtzbrinck-Verlag hat StudiVZ übernommen und RTL betreibt den Myvideo-Konkurrenten Clipfish. Der Fonds Bertelsmann Digital Media Investments schließlich finanziert Bloomstreet und die Deutsche Telekom hat die T-Community gestartet.

Inzwischen kopieren sogar US-Dienste europäische Vorbilder. Jüngst hat sich der US-Musikdienst Mog.com offensichtlich den Service Lastfm näher angesehen. Bleibt abzuwarten, ob es ein deutscher Web 2.0-Anbieter schafft, Myspace abzuhängen. (bwi)

Bild: MyVideo.de

Autor: BrittaW
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