Betrunkener Intel-Manager zwingt Flugzeug zur Notlandung

Allgemein

Und das ausgerechnet in Winnipeg, Kanada. Dahin sollte es einen wirklich nicht verschlagen. Andrew Thomas vom britischen INQUIRER ist entsetzt:

Im einen Augenblick ist man ein Manager, der auf dem steilen Weg nach oben abhebt und für den führenden Halbleiterhersteller der Welt arbeitet – nein, nicht für AMD.

Und als nächstes steht man vor dem Kadi in dem vermutlich drittweltigsten Land auf diesem Planeten.

So berichtet es CBC.

Intel-Mitarbeiter Daniel McAuliffe war auf seinem Weg von Irland nach Arizona, um dort ein weiteres berufliches Training nach einer Beförderung zu erhalten. Was könnte da noch schief gehen?

Winnipeg. Schon der Name ruft grauenhafte Bilder von Steppenläufer-Gräsern hervor, die sich dem Wind beugen über einem verschneiten Ödland, das übersät ist mit den Blutspritzern toter Robbenbabys, von entsetzlichem Bier mit einem Schuss Ahornsirup und einem Premierminister, der Französisch spricht. Was könnte schlimmer sein?

Für Daniel McAuliffe kam es jedenfalls noch wesentlich schlimmer. Sein betrunkenes Verhalten zwang ein Flugzeug von British Airways zu einer Notlandung in Winnipeg. Jetzt ist er der stolze Besitzer eines Vorstrafenregisters und hat mehr als 17.000 $ an Strafen und Schadenersatz zu bezahlen, nachdem er sich des Randalierens und des Ungehorsams gegenüber der Flugzeugbesatzung schuldig bekannte.

McAuliffe war der Alkohol verweigert worden, während er von London nach Phoenix flog, und rastete daraufhin richtig aus. Er wurde mit Handschellen an seinen Sitz gefesselt, und der Pilot der British Airways 747 schwenkte nach Winnipeg ab.

Zu seiner Verteidigung brachte McAuliffe vor, dass er seit einem früheren Flugzeugabsturz unter Flugangst leidet. Um sich zu beruhigen, habe er Beruhigungsmittel eingeworfen während eines ganztätigen Trinkgelages vor dem Flug.

Aber das brach das Eis nicht bei diesem Richter, der ihm eine Geldbuße von 1000 $ für jeden Anklagepunkt aufbrummte. McAuliffe wurde außerdem auferlegt, der Fluggesellschaft mehr als 15.000 $ für den unerwarteten Besuch in Winnipeg zu erstatten.

Tröstlich ist, dass sich diese Beträge in kanadischen Dollar belaufen, so dass es vielleicht auf 95 Cent kommt. Weniger lustig ist, dass Intel inzwischen angedroht hat, McAuliffe aus seinem Job zu katapultieren.

(Von Andrew Thomas / ins Deutsche übertragen von Bernd Kling)

Linq