Astronomie-Software muss für New Mexico neu programmiert werden

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Der US-Staat New Mexico will sich astronomisch vom Rest der Welt absetzen. Er will Pluto dessen vor sieben Monaten aberkannten Planetenstatus temporär zurückgeben. Programmierer von Software für Astronomen müssen einen Ausnahmestatus für New Mexico festlegen.

In einer von Technik beherrschten Welt regen sich doch immer wieder Emotionen. Im August 2006 hatten sich weltweit Menschen über die Internationale Astronomische Union (IAU) empört, als diese an ihrer Jahresversammlung Pluto vom Planeten zum Zwerplaneten degradiert hatte. Einsam dreht er am Rand des Sonnensystems seine stark ellipsische Bahn und ist mit einem Durchmesser von 2300 Kilometern kleiner als der Mond. Dank New Mexico soll er wieder zum Planeten werden.

Das Parlament des US-Staates plant nämlich die Verabschiedung eines entsprechenden Gesetzes. Da New Mexico aber nicht für den Rest der Welt bestimmen kann, gilt der Planetenstatus immer nur dann, wenn Pluto sich über dem Gebiet von New Mexico befindet. Zudem soll zukünftig der 13. März im Staat als Pluto Day gefeiert werden.

Hintergrund des geplanten Gesetzes ist Regionalstolz. Pluto wurde 1930 von dem in New Mexico geborenen Clyde Tombaugh entdeckt. Man hatte es hier also sehr persönlich genommen, als die IAU am 24. August Pluto zum Zwergplaneten machte.

Inzwischen regt sich weiterer Widerstand gegen diese Entscheidung auch in anderen US-Staaten. In Tennessee gibt es Astronomen und Politiker, die New Mexico folgen und Pluto im eigenen Luftraum auch zum Planeten erklären wollen. Laut der IAU sind solche Vorstöße willkommen, weil sie das Interesse der Bevölkerung an der Astronomie erhöhen. (dbm/mk)

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