Angeblicher Mord auch der Tod eines Dateisystems?

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In Kalifornien muss der prominente Linux-Programmierer Hans Reiser wegen Mordvorwürfen vor Gericht. Sie betreffen seine seit September verschwundene Frau. Die kalifornische Open-Source-Gemeinde streitet nun um die Nutzung des Dateisystems ReiserFS.

Die zuständige Richterin des Alameda County-Gerichts in Oakland entschied am Freitag, dass Hans Reiser, 43, der Mordprozess gemacht werden könne. Es gebe zwar keine Leiche, doch haben Kriminalisten im Haus des Linux-Programmierers frisches Blut seiner Frau Nina gefunden, obwohl die beiden seit zwei Jahren getrennt lebten.

Reiser ist der Erfinder der nach ihm benannten Dateisysteme ReiserFS und Reiser4.

Die Geschichte schlägt in Kalifornien hohe Wellen auch ausserhalb der Technologie-Branche. Reiser sitzt seit Oktober in Untersuchungshaft und gilt laut Behörden als wahrscheinlicher Mörder seiner ehemaligen Lebensgefährtin. Nina Reiser ist seit dem 3. September verschwunden. Sie wurde zuletzt im Haus gesehen, in dem Hans Reiser mit seiner Mutter lebt. Fünf Tage später wurde ihr Auto zwei Meilen von diesem Haus verlassen gefunden. Verdächtig machte sich der Programmierer in den Augen der Ermittler auch, weil er kurz nach dem Verschwinden seiner Frau ein Buch mit dem Titel “Masterpieces of Murder” gekauft hatte. Laut der Richterin reichen die Indizien für einen Mordprozess aus.

Die Reaktionen in der Linux-Gemeinde sind erwartet gemischt. Es wird natürlich eifrig darüber spekuliert, ob Reiser tatsächlich der Mörder seiner Frau ist. In Foren werden entlastende Momente ebenso diskutiert wie vorsorgliche Maßnahmen, falls er sich als schuldig erweisen sollte. “Ich werde schon einmal das Dateisystem wechseln und nicht weiter ReiserFS verwenden”, heisst es in einem Eintrag. Andere schlagen gleich den Wechsel von Linux zu Windows oder Mac vor. (dbm/mk)

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