Mega-Hack: 3 Millionen Dollar eingefroren

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Eine gekonnte Mischung aus Hacking und Marktmanipulation bereicherte einen osteuropäischen Ring von Kriminellen. Die SEC hat nach über einem Jahr die Manipulationen entdeckt und ließ Konten durch richterliche Verfügung sperren.

Osteuropäische Hacker manipulierten ganze Märkte: Erst erhackten sie sich Zugänge zu Accounts, mit denen sie in Warenterminbörsen und Investmentfonds auf fremden Namen im großen Stil spekulieren konnten. Dann nutzten sie die so ausgelösten Marktveränderungen, um durch Aktien- und Warengeschäfte rechtzeitig von den Kursveränderungen zu profitieren. Dies berichtet die Washington Post unter Berufung auf eine Veröffentlichung der US-Börsenaufsicht SEC.

Drei Millionen US-Dollar seien erst einmal eingefroren worden, der größte Sperr-Betrag, der jemals durch die SEC ausgelöst wurde.

Ein osteuropäischer “Cyber-Ring” habe bei seinen Tätigkeiten sieben größere Brokerhäuser unterwandert. Die Mitglieder der Gruppe verteilten sich auf die Länder Russland, Litauen, Lettland und die britischen Virgin Islands. Mindestens 733.000 US-Dollar an Gewinnen hätten die hackenden Finanzgauner zwischen Dezember 2005 und Dezember 2006 erwirtschaftet.

Die Securities and Exchange Commission (SEC) entdeckte die Maniplationen und meldete sie am vergangenen Dienstag beim Gericht in Washington. Der Richter Ricardo M. Urbina sperrte die beteiligten Konten umgehend.

Die Marktmanipulationen seien durch geschickten Diebstahl und das Benutzen fremder IP-Adressen Unbeteiligter verdeckt worden. Das Geld der Gruppe steckt in 75 Konten des Brokerhauses Pinnacle Capital Markets. Sie werden Großteils über eine lettische Bank (JSC Parex Bank) gehalten, erklärte die SEC. Die Aufseher gehen davon aus, dass die 3 Millionen Dollars auf diesen Konten ungefähr den Gewinn der Hacker ausmachen und für Rückzahlungen und Abfindungen an die unterwanderten Broker und deren Kunden nötig seien.

Osteuropäische Finanzbetrüger hätten diese Methode bereits 2004 und 2005 genutzt und seien oft erst nach hohen Verlusten anderer Anleger gefasst worden, berichtet die Washington Post. Die SEC veröffentlichte mittlerweile Hinweise, wie Besitzer von Brokerage-Konten Betrügereien vermeiden können. (mk)

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