DOSSIERS

Interview mit einem bekennenden Tonergeschädigten
Der Laserdrucker ist der Täter

von Markus Bauer 0

Teil 2

Interview mit einem bekennenden Tonergeschädigten

Aus Ihren Erfahrungen heraus: Welche Drucker sind besonders gefährlich?

Wir haben eine sehr herstellerspezifische Verdachts- und Beweislage, vor allem zwei Hersteller fallen aus dem Rahmen. Aus naheliegenden Gründen kann ich die Namen nicht nennen. Beide Hersteller sind seit vielen Jahren umfassend informiert, aber leider nicht auf unsere Angebote eingegangen, das Problem konstruktiv zu lösen. Wir werden jetzt rechtliche Schritte einleiten.

Können Sie zumindest grob umreißen, welche Drucker negativ herausstechen – sind zum Beispiel alte Geräte größere Dreckschleudern als moderne?

Im Gegenteil, gerade die neuen, immer schnelleren Geräte emittieren offenbar besonders stark die gefährlichen Ultrafeinstäube. Das zeigen Untersuchungen des Umweltbundesamtes. Auch Farblaserdrucker sind zunehmend auffällig. Einige der neuesten Farbdrucker lassen sich nicht einmal mehr filtern, da sie die Luft zentral ansaugen und dann durch alle Ritzen die schädlichen Emissionen rausblasen.


Das BfR sieht in den ersten Ergebnissen der Gießener Studie noch keine eindeutigen Beweise dafür, dass Toner die Gesundheit schädigt. Man verweist auf weiteren Forschungsbedarf.

Die Ergebnisse werfen natürlich neue Fragen auf. Aber es geht hier nicht um akademische Fragestellungen, sondern um den Gesundheitsschutz der Bevölkerung. Millionen von Menschen sind den ungefilterten Emissionen dauerhaft ausgesetzt. Dabei steht fest: Die Ultrafeinstäube und Schadstoffe, die in der Studie nachgewiesen wurden, schädigen die Gesundheit.

Eben das bestreitet das BfR.

Seit 1992 liefern Humanstudien wissenschaftlich belastbare Hinweise darauf, dass Menschen durch Druckerausstöße geschädigt werden. Sogar gentoxische Wirkungen hat man festgestellt, bei menschlichen Lungenzellen brach die DNA. Dadurch kann Krebs entstehen. Zudem haben wir mittlerweile über 1250 konkrete Verdachtsfälle registriert, in über 100 Fällen liegen fachärztliche Beweise für die Schädigungen von Menschen durch Toner vor. All dies ist dem BfR bekannt. Unser wiederholtes Angebot, gezielte Informationen bei den Betroffenen und Ärzten zu erheben, wurde nicht angenommen. Wir fragen uns, wem das BfR eigentlich dient.

Was sind Ihre Forderungen an die Druckerhersteller?

Die Hersteller haben dafür zu sorgen, dass ihre Geräte die Raumluft nicht mehr belasten und niemand krank wird. Filter würden zum Beispiel helfen. Der immer wieder zitierte bestimmungsgemäße Gebrauch ist endlich klar zu definieren, etwa hinsichtlich Druckleistung, Belüftung, Ballung von Geräten, Luftwechselrate, Wartung und Papier. Die Tonerhersteller müssten nachweislich dafür sorgen, dass die Toner nicht lungengängig sind und keine Schadstoffe wie Nickel, Kobalt, Styrol, Benzol und Tributylzinn enthalten. Unter diesen Bedingungen besteht die Hoffnung, dass Laserdrucker die Luft reinigen, anstatt sie zu vergiften.

Wie realistisch ist ein Einlenken der Industrie?

Die Hersteller werden all das leider kaum freiwillig in die Tat umsetzen. Also muss die Politik sicherstellen, dass die Bürger vor den Emissionen geschützt werden.

Bild: Bei manchen Laserdruckern ist es kaum möglich, den Toner zu tauschen, ohne dass Tonerstaub an die Hände kommt.

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