Belästigung durch Flash
Nervendes Internet: Flash braucht einen Aus-Schalter

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Ein großer Teil lästiger Web-Inhalte wird von Flash verursacht – aber zu viele Webseiten verwenden es, statt dieser Nervensäge die rote Karte zu zeigen.

Flash als Fluch des Internets

Belästigung durch Flash

Es ist noch gar nicht lange her, als ich im Web nach Informationen über ein neues Mobilgerät suchte und arglos auf einen Link zu einer nachfolgenden Seite klickte. Das brachte mir einen gehörigen Schrecken ein. Genauso ging es meinen Kollegen im Büro. Das Office war schlagartig von einer, plärrenden Musik erfüllt, die aus meinem Computer drang. Igitt, Adobe Flash hatte mal wieder sein Unwesen getrieben!

Für mich ist Flash zum absoluten Fluch des Internets geworden. Der Hauptzweck dieser Technologie scheint darin zu bestehen, jeden Web-Surfer zur Weißglut zu treiben. Gibt es wirklich noch eine andere, echte Daseinsberechtigung für Flash als endlose animierte Werbung zu generieren, die sich aus dem Hinterhalt auf ihre unvorsichtigen Opfer stürzt? Falls ja, sollten wir darüber wohl informiert werden.

Die Ursache für diesen unliebsamen Angriff auf meine Hör-Organe war in erster Linie meine Suche nach Informationen über einen Artikel, der sich mit Mobilgeräten befasst und die Tatsache, dass ein gewisser globaler Hersteller von Mobiltelefonen in seiner “Weisheit” die Entscheidung traf, dass diese Webseite nur denjenigen zugänglich sein möge, deren Browser über einen Flash-Player verfügt.


Bunte Bilder statt Zugang zum Inhalt?

Belästigung durch Flash

Bis vor kurzem habe ich mich strikt geweigert, Flash herunterzuladen, um den zähneknirschenden, Wut erzeugenden Werbungen, die mich aus dem Internet anspringen, zu entgehen. Leider erwies sich mein Boykott als nicht haltbar, denn immer mehr Unternehmen scheinen es als unmöglich zu empfinden, eine Internet-Präsenz ohne Flash-basierten Inhalt zu gestalten.

Das geht nicht um bloße Meckerei, sondern auch um die Auswirkungen auf die Zugänglichkeit zum Inhalt. Eine zunehmende Zahl von Mobilgeräten hat ein Display, das gerade mal groß genug ist, um WebBrowsen überhaupt zu ermöglichen. Wie viele von diesen Geräten haben aber einen eingebauten Flash-Player, auch wenn einer für die Plattform verfügbar sein mag? Und warum sollten Nutzer eine zusätzliche Anwendung herunterladen, nur um sich eine Webseite ansehen zu können? Ein zu starker Verlass der Anbieter auf Flash führt dazu, dass die Nutzer solcher Geräte womöglich nur noch mit der Mitteilung “Flash Player nicht gefunden” auf ihrem Bildschirm begrüßt werden.


Adobe muss den “Kill-Switch” einbauen

Belästigung durch Flash

Für meinen Geschmack zeugt es auch von schlechtem Webdesign, die gesamte Webseite in eine massive Flash-Anwendung einzubetten und gehört in die gleiche Schublade wie die Seiten, die in der Vergangenheit nur mit dem Internet Explorer funktionierten. Ein gewisser Umfang des Inhalts kann ja durchaus auf Flash basieren – aber der Browser sollte ausreichend sein, um eine Seite so zu handhaben. dass richtiger Inhalt gefunden wird.

Ein Freund hat mir ein tolles Beispiel gezeigt: Eine Wohltätigkeits- organisation hatte eine Titelseite, auf der eine Reihe farbiger Tropfen von der Seite zur Mitte hin rauschte und sich dann zu einem drehenden Kreis formierte. Danach erschienen Kästchen mit Texten, die mitteilten, welche Tropfen man anklicken muss, um zu den verschiedenen Bereichen der Webseite zu kommen. Ohne Flash Player war die Webseite absolut unzugänglich – eine aberwitzige Situation für eine Webseite, deren Ziel in der Verbreitung von Informationen liegt.

Wahrscheinlich ist es zu spät, um Flash in den tiefsten Winkel der Technologiehölle zu verbannen, wo es mit Fug und Recht hingehört. Den Nutzern sollte aber wenigstens mehr Kontrolle darüber zugestanden werden, ob Animationen, Video und Audio abgespielt werden können. Im Moment liegt die Kontrolle einzig und allein in den Händen der bösen Geister, die den Inhalt gestalten. Wie wäre es mit einem Ausschalter, Adobe?