US-Ermittler ertrinken in digitalen Daten durch Hausdurchsuchungen

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Während deutsche Innnenminister und BKA-Beamte von Online-Durchsuchungen schwärmen, haben amerikanische Ermittler bereits mit zu vielen digitalen Daten zu kämpfen.

Im Verteidigungsministerium der USA gibt es ein “Cyber Crime Center”, im hauseigenen Jargon DC3 genannt. Das führt mit richterlicher Genehmigung auch Hausdurchsuchungen durch und beklagte sich jetzt über zu viele digitale Daten, die aus einem durchschnittlichen digitalen Haushalt zu verarbeiten sind.

Der inzwischen pensionierte Special Agent Jim Christy, Director of Future Explorations beim DC3, beklagte sich in Washington DC über den hohen Arbeitsaufwand bei der Verarbeitung all der digitalen Medien aus einem einzigen Haushalt, aus dem die Ermittler üblicher Weise ein Terabyte von Daten abschleppen. Sie schnappen sich nämlich einfach alles, was irgendwie digital ist, einschließlich neuer und alter Festplatten, Mobiltelefone, DVRs, dazu die DVDs und CDs – man weiß ja nie, was in einer Musiksammlung so alles versteckt sein könnte.

“Wie viele alte Handys liegen bei Ihnen herum?” fragte Christy. “Man wirft sie einfach nicht weg. Wie viele Speichersticks? Alte Disketten?”

Das Problem verschärft sich dadurch, dass die Festplatten über immer mehr Speicherplatz verfügen, so dass die Cyber-Cops sich durch einen immer größeren Datenmorast wühlen müssen, wenn sie nach Hinweisen suchen. Es sei nur eine Frage der Zeit, jammerte der Schnüffler, dass auch noch “intelligente” Kühlschränke verladen werden müssten, um die integrierten Logs auslesen zu können. Hochauflösende Medien wie Blu-ray würden demnächst weitere Kopfschmerzen bereiten. All diese kleinen Bits und Bytes aber liefern dem Ermittler – dabei muss es gar nicht einmal um ein Computerverbrechen gehen – eine digitalen Spur eines bestimmten Verdächtigen.

Christy ruft nun private Firmen zur Mithilfe auf. Sie sollen bessere Werkzeuge zur Verarbeitung der Schnüffeldaten liefern. Den inzwischen jährlich durchgeführten Wettbewerb “Digital Forensics Challenge” nennt er als Beispiel. Im letzten Jahr nahmen 140 Teams daran teil und übten sich an Aufgaben wie etwa der, bestimmte Daten aus einer in zwei Teile zertrennten CD zu holen.

(Doug Mohney/bk)

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