iTunes-Software spürt Musikfälscher auf

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Apples iTunes-Software hat einen Musikskandal aufgedeckt. Der Ehemann der verstorbenen Pianistin Joyce Hatto hat CDs als Hatto-Einspielungen vermarktet. Diese waren aber mit Versatzstücken von anderen Klaviervirtuosen aufgemotzt.

Der Schwindel ist dank Apples iTunes-Software aufgeflogen. Ein Klassik-Liebhaber hatte die “Transzendentalen Etüden” von Franz Liszt auf seinem Rechner abgespielt. Die Apple-Software erkannte aber, dass die Aufzeichnung in Wahrheit von Laszlo Simon stammt.

Tunes berechnet eine Disk-ID, sprich die Identität einer spezifischen Aufnahme. Hierzu nutzt die Software unter anderem die Länge der einzelnen Musikstücke. Diese Informationen werden dann mit der Online-Datenbank Compact Disc Database (CDDB) abgeglichen. Im Hatto-Fall wurden so die Übereinstimmungen mit der Simon-Einspielung aufgedeckt.

Der Musikexperte Andrew Rose von Pristine Audio prüfte die Einspielungen und kam zu dem Ergebnis: Die Liszt-Stücke sind tatsächlich von Simon.

Aber Rose deckte noch weitere Fälschungen auf, die er auf der Pristineclassical-Homepage auflistet. Diese kann man sich im Web anhören. Pristine hat zu Vergleichszwecken auf dem linken Kanal die Hatto- und auf dem rechten Kanal die Originalversionen festgehalten. Alle hat der Ehemann der verstorbenen Künstlerin, William Barrington-Coupe, produziert. Dieser hat die Fälschungen inzwischen zugegeben. (bwi)

Bild: Photodisc.com

Autor: BrittaW
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