Nicht doch – jetzt kommt auch noch das Dritte Leben!

Allgemein

Der bodenständige INQUIRER-Autor Andrew Thomas hat genug vom Hype um Second Life. Er kann die blödsinnigen Geschichten um die angeblich millionenschwere Escort-Dame Anshe Chung und all die Firmen nicht mehr hören, die mit einer Pressemeldung über eine neu eröffnete Geschäftsstelle in einer virtuellen Welt von sich reden machen wollen:

Als ob eine vorgetäuschte Welt nicht genug wäre, jetzt kommt noch so eine. Die australische Firma Yoick startet eine weitere virtuell-sinnlose Welt, die sie Outback Online nennt. Sie setzt dabei eine Peer-to-Peer-Technologie ein, von der sie behauptet, sie könne hundertmal mehr Besucher verkraften als Second Life.

“Second Life ist nur ein Dorf”, spottet Randal Leeb-du Toit, der Chef-Yoick, im Gespräch mit der Zeitung Melbourne Age und fügt bescheiden hinzu: “Ich habe schon beinahe Rom erbaut.”

Leb-du Toit meint, Second Life habe eine viel zu mäßige Grafik. Er selbst liebe es, in World of Warcraft im Regen zu stehen und den Untergang der Sonne zu bewundern, weil es so wunderschön sei. Er verspricht für Outback Online Grafiken, die einen Vergleich mit World of Warcraft nicht zu scheuen hätten.

Bleibt eine Frage: Wer wird der erste Entrepreneur sein, der eine virtuelle Welt innerhalb einer virtuellen Welt baut, eine Schale in der Schale in der Schale …

Dieses auffallende Versäumnis beweist, dass Second Life nur ein blasser Schatten der echten Sache ist – ebenso wie Soap Operas, die angeblich das echte Leben abbilden sollen, jedoch niemals Leute zeigen, die sich Soaps im Fernsehen ansehen.

Wem also wirklich nichts besseres einfällt, was er tun könnte, der sollte sich rüberschleichen zu Outback Online und dort mit ein paar anderen Verlierern treffen, die noch immer bei ihren Müttern wohnen.

(Von Andrew Thomas / ins Deutsche übertragen von Bernd Kling)

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