China behandelt “Internet-Sucht” mit Elektroschocks

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In einer Militärklinik in Peking werden Jugendliche behandelt, die nach Meinung der Regierung zu viel Zeit mit Computerspielen und Internet verbringen.

Solche Foltern Behandlungsmethoden mit leichten Stromschlägen waren in der westlichen Psychiatrie lange Jahre zum Beispiel bei Schizophrenie-Erkrankungen üblich. Heute werden sie in Militärkliniken in China bei überwiegend jugendlichen “Patienten” im Alter von 12 bis 24 Jahren eingesetzt, die durch ihren Internet-Konsum auffielen.

Einer Umfrage zufolge sollen fast 14 Prozent der chinesischen Teenager in Gefahr sein, Internet-süchtig zu werden. Eine Regierungskampagne kämpft gegen dieses “schwerwiegende gesellschaftliche Problem.” Besorgte Eltern liefern ihre Kinder selbst in einer Art von militärischem Bootcamp ab, in dem ihnen dann jeder Kontakt zu ihrer früheren Umwelt und natürlich der Zugang zum Internet vorenthalten wird. Die Eltern sollen für die Internierung ihrer Zöglinge in diesem “Rehabilitationszentrum” sogar noch freiwillig vielfache durchschnittliche Monatslöhne bezahlen.

Das Projekt wird von einem Militärforscher namens Tao Ran geleitet. Er hatte sich zuvor einen Namen mit der Behandlung von Heroinsüchtigen gemacht. Zu seinen bevorzugten Methoden gehören neben Gesprächstherapie militärische Disziplin, Drogen, Hypnose und Elektroschocks.

(Nick Farrell/bk)

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Washington Post