Testumgebung mit PHP 6
PHP 6 installieren

Allgemein

Der endgültige Release-Termin von PHP ist noch offen. Wer jetzt schon mitspielen will, kann sich die aktuelle Developer-Version in einer Testumgebung installieren.

Installation einer Developer-Version

Testumgebung mit PHP 6

Informationen über PHP 6 sind im Web noch rar. Die Diskussion spielt sich überwiegend in internen Mailinglisten ab. Wer selbst Eindrücke von der künftigen Version der beliebten Skriptsprache sammeln will, kommt um die Installation einer Developer-Version auf einer eigenen Testumgebung nicht herum. Für deren Einrichtung gibt es unterschiedliche Varianten.

Im ersten Schritt sollten Sie sich eine aktuelle PHP-6-Version von der Seite snaps.php.net laden. Ferner wird natürlich auch ein Apache-Server benötigt, den Sie über die Adresse apache.org bekommen.

Installation unter Windows

Sehr einfach lässt sich eine PHP 6-Umgebung auf einem PC mit Windows XP realisieren. Wählen Sie dazu einfach die Windows-Installer-Version des Apache. Damit erfolgt die Installation interaktiv. Neben der Bestätigung der Lizenzbestimmungen müssen Sie dabei nur den Server-Namen, die Server-Adresse und die Admin-E-Mail-Adresse eingeben. Dann wird der Webserver automatisch installiert und steht künftig als Windows-Dienst zur Verfügung. Mit dem Server werden noch ein paar nützliche Zusatz-Tools installiert, die Sie über das Startmenü und die Programmauswahl aufrufen können.

Über die Menü-Option Configure Apache Server können Sie die Konfigurationsdatei http.conf direkt im Notepad aufrufen und bearbeiten. Mit Test Configuration prüfen Sie anschließend, ob alle Änderungen und Ergänzungen funktionieren.

Über Control Apache Server stehen Ihnen die notwendigen Funktionen für Start, Stop und Restart des Servers zur Verfügung. Schließlich bietet Ihnen der Menüpunkt Review Server Log Files noch Einblicke in die Access- und Logfiles von Apache.

Mit dem Apache allein kommen Sie in Sachen PHP 6 allerdings nicht weit. Holen Sie sich daher im zweiten Schritt die Windows-Binarys von der Snapshot-Seite. Hier ist die Installation sehr einfach. Sie müssen das ZIP-File einfach entpacken und das angelegte PHP-Verzeichnis am besten innerhalb des Apache-Verzeichnisses platzieren. Hilfreich für die weitere Arbeit ist es auch, wenn Sie den ellenlangen Verzeichnisnamen, der in etwa so aussehen kann: php6.0-win32-200701080930, einfach auf php6 verkürzen. Das spart bei den nun folgenden Einträgen in die Apache-Konfigurationsdatei lästige Tipparbeit.


PHP einbinden

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Um PHP 6 als Apache-Modul einzubinden, müssen insgesamt drei Einträge in die Apache-Konfigurationsdatei vorgenommen werden. Diese lauten so:

# Einträge für PHP 6:
loadModule php5_module "c:/server/php6/php6apache2_2.dll"
AddType application/x-httpd-php .php
PHPIniDir "c:/server/php6"

ie Pfadangaben sind natürlich entsprechend der konkreten Umgebungsbedingungen anzupassen. Aufpassen müssen Sie bei der Wahl der DLLs. Für die Version 2.2 müssen Sie php6apache2_2.dll auswählen und für eine frühere Version von Apache 2 das File php6apache2.dll. Auch die Angabe php5_module ist nicht etwa ein Schreibfehler: Wenn Sie hier php6_module angeben, erscheint eine Fehlermeldung und der Webserver startet nicht. Allerdings soll dies in absehbarer Zeit angepasst werden. Wichtig ist auch noch die Schreibweise der Pfadangaben: Verwenden Sie nicht, wie bei Windows üblich, die Backslashes, sondern Slashes.

Testen Sie die vorgenommenen Einstellungen über die beschriebene Option Test Configuration für den Apache-Server. Wenn in dem DOS-Fenster keine Fehlermeldung erscheint, ist alles in Ordnung und Sie können PHP 6 auf Ihrem PC testen.

Ein erstes Erfolgserlebnis kann Ihnen der Einzeiler verschaffen. Schreiben Sie in diesen PHP-Skript einfach die Zeile echo phpinfo(); und speichern Sie die Datei im htdocs-Verzeichnis von Apache. Anschließend können Sie es im Browser mit http://localhost/phpinfo.php aufrufen.


Installation unter Linux

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Etwas komplexer ist die Installation auf einem Linux/Unix-System, da Sie hier mit den Sourcen arbeiten müssen und Sie diese erst kompilieren müssen. Eine entsprechende Umgebung, also zum Beispiel der Ansi-C-Kompiler, muss daher auf Ihrem System verfügbar sein.

Laden Sie zuerst den Apache-Webserver und PHP 6 herunter. Dann müssen Sie über eine Shell die folgenden Befehle absetzen:

gzip -d httpd-2_0_NN.tar.gz
tar xvf httpd-2_0_NN.tar
gunzip php-NN.tar.gz
tar -xvf php-NN.tar
cd httpd-2_0_NN
./configure --enable-so
make
make install

Als erstes Ergebnis haben Sie nun einen lauffähigen Apache zur Verfügung, den Sie mit

/usr/local/apache2/bin/apachectl start

aufrufen können. Dann geht es weiter mit PHP 6. Gehen Sie dazu in das PHP-6-Verzeichnis und setzen Sie folgende Kommandos ab:

./configure --with-apxs2=/usr/local/ apache2/bin/apxs --with-mysql
make
make install

Welche Extensions Sie einbinden wollen, steuern Sie mit dem Parameter –with und weiteren Angaben zu den einzubindenden Modulen. Das Beispiel erzeugt nur eine Minimalversion mit Apache-2- und MySQL-Unterstützung. Weitere Optionen können Sie mit

/configure --help

aufrufen. Dann müssen Sie sich noch um php.ini kümmern. Führen Sie mit einem Editor die gewünschten Änderungen durch. Mit dem Kommando

cp php.ini-dist /usr/local/lib/php.ini

platzieren Sie dann das File an der richtigen Stelle. Abschließend müssen Sie noch mit einem Eintrag in der Apache-Konfigurationsdatei dafür sorgen, dass der Webserver das PHP-Modul lädt:

LoadModule php6_module libexec/libphp6.so

Mit dem Eintrag

AddType application/x-httpd-php .php .phtml

egen Sie fest, welche File-Extensions Apache als PHP-Skripts interpretieren soll.


Alternative Installationsmethoden

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eben diesen Standardverfahren, bei denen PHP als Apache-Modul installiert wird, stehen Ihnen natürlich auch noch Alternativen zur Auswahl. Grundsätzlich können Sie PHP statt als Apache-Modul auch als CGI installieren. Unter Windows ist auch eine Kombination aus PHP und IIS als alternativem Webserver denkbar. Die dafür erforderlichen Schritte können Sie in den Installationsanleitungen nachlesen, die als Readme-File in den jeweiligen PHP-Archiven bereitliegen. Es kann allerdings sein, dass diese nicht immer auf dem aktuellsten Stand sind. Das ist eben der Preis, den man zu zahlen hat, wenn man die Entwicklung von PHP 6 hautnah miterleben will. Sie sollten auch dafür sorgen, dass es zu keiner Vermischung Ihrer PHP-6-Testumgebung mit irgendwelchen Produktivumgebungen kommt. Man sollte nicht vergessen: PHP 6 befindet sich noch in der Entwicklungsphase.