Verbraucherschützer monieren unveränderte Roaming-Gebühren

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Die EU-Kommission hat bereits eine europaweite Verordnung zur Begrenzung der Roaming-Gebühren angedroh. Dennoch senken die Provider ihre Preise bestenfalls unwesentlich.

Die Diskussion um überhöhte Roaming-Gebühren beim mobilen Telefonieren im Ausland geht in eine neue Runde: Gegenüber der Presseagentur dpa kritisierte Jim Murray, Direktor des Dachverbandes der EU-Verbraucherorganisationen (BEUC), die nahezu unveränderte Preisgestaltung der Provider. Trotz einer im Raum stehenden diesbezüglichen EU-Verordnung hätten die Mobilfunk-Anbieter ihre Roaming-Gebühren praktisch nicht gesenkt.

BEUC fordert einen Roaming-Höchstpreis von 33 Cent pro Minute – derzeit zahlen Handykunden nach Angaben der EU-Kommission im Schnitt 1,15 Euro pro Minute bei Gesprächen im Ausland.

Der Verbraucherverband kritisierte vor allem die “Vernebelungstaktik” der Unternehmen, die ihre Preise durch Bündel-Angebote und Tarifpläne verschleiern. Es gebe oft keinen Unterschied zwischen Gesprächen vom Aus- ins Heimatland, Telefonaten innerhalb eines ausländischen Staates oder bei Verbindungen zwischen zwei Ländern.

Vergangenes Jahr hatte die EU-Kommission einen Verordnungs-Entwurf zur Begrenzung von Roaming-Kosten vorgelegt. Darin wird unter anderem festgelegt, dass der Endkundenpreis nicht mehr als 30 Prozent über dem Großkundenpreis liegen darf. Die Preise für einen Roaming-Anruf sind laut der Kommission derzeit rund fünfmal so hoch wie die tatsächlich anfallenden Kosten und viermal so teuer wie entsprechende Inlandstarife. Verläuft alles planmäßig, soll die Verordnung noch unter der deutschen EU-Ratpräsidentschaft bis spätestens Ende Juni verabschiedet werden. (Timo Roll/bwi)

Bild: Photodisc.com

Autor: BrittaW
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