Bessere Qualität statt Raubkopierer-Strafen

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Eine bessere Qualität der legalen Download-Inhalte ist nach Ansicht des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie erfolgsversprechender als harte Strafen für Raubkopierer.

In einem Gespräch mit der Presseagentur dpa plädiert Patrick Aichroth, Experte für Musikvertrieb am Fraunhofer-Institut Digitale Medientechnologie (IDMT), für neue Wege beim Online-Vertrieb von digitalen Medien. Einer Verbesserung der Qualität von Bezahl-Downloads sei der härteren Bestrafung von Raubkopierern vorzuziehen, da man das illegale Herunterladen geschützter Inhalte technisch ohnehin nicht vollständig verhindern könne.

Natürlich müsse der gewerbliche Vertrieb von Raubkopien dennoch weiterhin angemessen bestraft werden. Aichroth betonte allerdings, dass bei privaten Tauschbörsennutzern eher Milde angebracht sei. Eine gewisse Tauschmenge werde es immer geben, fügte er hinzu. Die durch privaten Datentausch entstandenen Schäden sind nicht abzuschätzen, allerdings könne nicht jeder heruntergeladene Titel mit einem Kauf gleichgesetzt werden.

“Man hat sich bisher fast ausschließlich über den Schutz Gedanken gemacht. Man hätte schon früher mehr über Nutzer und ihre Wünsche nachdenken sollen”, betonte der Experte. Die gekauften Titel müssten einen echten Mehrwert wie beispielsweise hervorragende Klangqualität und andere Zugaben bieten, um mehr Kunden zu gewinnen. Zu aufdringliche Sicherheitsmechanismen würden laut Aichroth vor allem im sensiblen Massenkundengeschäft die potenziellen Käufer vergraulen. (Timo Roll/bwi)

Bild: Photodisc.com

Autor: BrittaW
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