Vietnam: Gesetz gegen Online-Gamer

Allgemein

INQ_VietnamRPG.jpgDie kommunistische Regierung hat ein hartes Gesetz für Spieler erlassen: Jugendliche dürfen nicht mehr als fünf Stunden pro Tag online zocken. Basta!

Die Einhaltung des Gesetzes müssen die Betreiber der Online-MMORPGs gefälligst kontrollieren – und jeden minderjährigen Gamer nach fünf Stunden rauswerfen. Kaum ist die Regelung in Kraft getreten, sinkt die Zahl der Spieler bedenklich: Bei “Vo lam truyen ky” (beliebte Arena für Kämpfer) sprang gleich rund die Hälfte aller Spieler ab und die Zahl der Akteure bei “Cuu Long tranh ba” (Kampfspiel um die Thronfolge) ging um 25 bis 30 Prozent zurück.
“Diese Regelung bedeutet das Ende für das Unternehmen”, beklagt sich Le Hong Minh, Geschäftsführer von Vinagame, die bereits ihren Ragnarok-Server abschalten mussten – zu viele Gesetzesverstöße! Eine halbe Million Kunden wurden so unfreiwillig vor die virtuelle Tür gesetzt.
Die Spiele-Provider Vietnams haben es nicht leicht mit diesen Auflagen, denn auch ihre Kunden zeigen sich nicht sonderlich kooperativ. Spieler von Game Online Centre (VTC Games) starten nach fünf Stunden Daddeln einfach ihren Computer neu und loggen sich erneut ein. Spieler von MU Games haben es noch einfacher – sie wechseln nur ihren Account.
Natürlich fordern Vietnams Spieler, dass die Regierung diese Regelung wieder aufhebt. Rückenstärkung erhalten sie von der Industrie- und Handelskammer, denn auch dort ist man der Auffassung, dass diese Regelung unsinnig ist. Es führe zu Umsatzeinbußen und geringeren Steuereinnahmen. Außerdem werde das Recht des Kunden auf Unterhaltung eingeschränkt.
Die Behörden bestehen jedoch auf diese Regelung zum Schutz der Jugendlichen, da uneingeschränkter Spielekonsum einen schlechten Einfluss auf Heranwachsende habe. (rm)

Link