Erfinder der Fernbedienung zappt sich weg

Allgemein

Robert Adler, der als Miterfinder der Fernbedienung gilt, starb im Alter von 93 Jahren. Er hat seine Erfindung nie bereut, sie aber selbst kaum benutzt.

Der produktive Erfinder heimste über 180 US-Patente ein. Legendär wurde er aber für die Entwicklung der Fernbedienung “Space Command” von Zenith im Jahr 1956. Er war einer von zwei Dutzend Entwicklern gewesen, denen die Firma Zenith die Aufgabe stellte, TV-Zuschauern den schnellen Kanalwechsel zu ermöglichen, ohne dafür eigens aufstehen zu müssen oder gar über Kabel zu stolpern. Sein Kollege Polley entwickelte mit “Flashmatic” eine Fernbedienung, die mit Fotozellen arbeitete. Adler setzte auf Ultraschall und entwickelte so das Gerät, das erst den prekären Couch-Potato ermöglichte. Später wurden Polley und Adler als gemeinsame Erfinder der Fernbedienung geehrt, unter anderem 1997 durch einen Emmy.

Wie er selbst berichtete, wurde er oft gefragt, ob er sich nicht schuldig fühle wegen dieser Erfindung, die Faulheit, Übergewicht und einiges mehr begünstigte. Tat er aber nicht:

“Und ich sage, das ist lächerlich. Es erscheint mir vernünftig und rational, den Fernseher von dort aus zu bedienen, wo man üblicherweise sitzt und fernsieht.”

Er selbst konnte mit Glotze und Fernbedienung überhaupt nicht viel anfangen. “Er war mehr ein Leser”, berichtet seine Frau. “Er war ein Mann, der nachts träumte und aufwachte und sagte: ‘Ich habe gerade ein Problem gelöst.’ Er dachte immer wissenschaftlich.”

(Nick Farrell/bk)

Linq

SMH