Mike Magee: Damals im Silicon Valley

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Heute meldet sich der Gründervater des INQ zu Wort. Eine Zeitschrift aus dem Jahr 1982 erinnert Mike, auch Mageek genannt, an die Anfänge und kantigen Gründer der IT-Branche:

Unser alter Spezi Martin Veitch, der für die Schwesterpublikation IT World arbeitet, schob uns eine Hardcopy von National Geographic rüber – mit dem Erscheinungsdatum Oktober 1982 (Vol 162 No 4) – in der alle üblichen Verdächten auftreten in einem langen, aber interessanten Beitrag über das Silicon Valley.

Bevor das Silicon Valley zum Silicon Valley wurde, war es das Tal der Pflaumen. Nach diesem Artikel, der von Moira Johnston geschrieben und mit Fotos von Charles O’Rear illustriert wurde, gab es vor den Chips die Pflaumen – und auch Kirschen wurden gepflückt. San Jose (Dullsville) wurde zur am schnellsten wachsenden amerikanischen Stadt im Jahr 1980 erwählt.

Da ist ein Bild eines jungen und schneidigen Jerry Sanders III zu sehen, der schon damals eine explosive Mischung war. Es gefiel uns gar nicht, als die Erbsenzähler von AMD ihn bei der Opteron-Einführung vor ein paar Jahren am Reden hinderten – Jerry war immer sein Geld wert und wie Grove ein Flüchtlingskind von Fairchild.

Hier oder vielmehr damals wetterte er gegen die Japaner und nicht gegen Intel. “Ihre Regierung schenkt ihnen Hunderte von Millionen Dollar für Forschung und Entwicklung. Und dann kommt eine ganze Flut von ihren Produkten hier an.”

Intel ist ebenfalls weißglühend vor Wut über die Japaner. Sie waren unmittelbar vor der Einführung eines DRAM-Produktes in Japan – ich wette, die Dramurai haben vor Angst gebebt bei der Vorstellung an einen Gordon Moore, der seinen Kimono öffnet.

Da ist auch ein Bild von einem zu sehen, der Steve Jobs heißt und längere Haare hat, ein Motorrad fährt und dann in so einem vegetarischen Laden interviewt wird, während er an seinem Tee nippt. Meine Güte, selbst Packard und Hewlett waren noch am Leben und pulsierten mit großen Vorstellungen von der Zukunft, bei denen vermutlich auch Integrität und Erfindungsreichtum eine Rolle spielten.

Und auch Bob Noyce sowie Ted Hoff treten ins Bild, wobei der letztere der komische Kauz war, der den Mikroprozessor erfand.

Bill Gates wird kaum erwähnt.

Das sind alles herzerwärmende Geschichten. Wir können dennoch nicht anders, als mit den Farmern zu fühlen, die Pflaumen pflückten, die zu Dörrpflaumen werden sollten. Sie mussten sich nur wegen der Häschen sorgen und nicht um die Bunny Suits.

(Von Mike Magee / ins Deutsche übertragen von Bernd Kling)

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