RIAA wirbt für P2P

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Ginge es nach den eigenen Regeln, müsste sich der Lobby-Kampfverband der US-Musikbranche jetzt selbst verklagen.

Vor zwei Tagen berichteten wir, dass die Medienkonzerne Google vorwarfen, Links auf kommerzielle Produktpiraten und Filesharing-Programme zugelassen zu haben, und mit Werbung auf solchen Webseiten hätte die Suchmaschine Geld verdient.

Nun stellt sich heraus, dass ausgerechnet eine eigene Website der RIAA eben solche Google-Werbung aufzuweisen hatte. Diese Website sollte für die RIAA “Informationen” über gerichtliche P2P-Klagen bringen: P2Plawsuits.com. Jonathan Lamy von der Recording Industry Association of America hatte die Domain registriert, sie aber zunächst kostenlos beim Domain-Dienstleister GoDaddy.com geparkt. Und passend zur Domain erschien dort Google-Werbung für kostenlose Musik-Downloads und Filesharing. Aufgrund dieser Werbung wiederum hatte die RIAA zumindest den geldwerten Vorteil, dass ihre Domain kostenlos geparkt wurde.

Als das Magazin Wired darauf stießt, stellte es die naheliegende Frage: Muss sich die RIAA jetzt selbst verklagen, weil sie an von ihr selbst stets monierten Rechtsverstößen mitwirkte?

Kurz nach der Meldung verschwanden die für die RIAA peinlichen Inhalte von der Seite. Bei Wired findet sich jedoch noch immer ein Bildschirmfoto.

(Nick Farrell/bk)

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