Berliner Innensenator: Staatshacker erwischen nur die DAUs

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Ehrhart Körting glaubt nicht, dass die von Innenminister Schäuble geforderte “Online-Durchsuchung” auf Terroristen Eindruck macht. Er hält wenig von solchen Durchsuchungen und warnt davor, einen Popanz aufzubauen.

Wie Schnüffel-Schäuble unlängst in einem Interview ausführte, hält er ja Terroristen “auch nicht für dumm”. Sein Länderkollege Körting (SPD) hingegen glaubt, das Eindringen von Ermittlern in den Home-PC durch per E-Mail geschickte Trojaner treffe nur den berühmten DAU, den “dümmsten anzunehmenden User”. Denn solche unbedarften Computeranwender wüssten nicht, wie man sich gegen diese Programme schütze. Die aber seien unter gefährlichen Kriminellen und Terroristen kaum zu finden. Auch gebe es Programme, die vor heimlichen Installationen warnten.

Warum nur fallen mir da als erstes ein paar DAUs von der politischen Bühne ein?

“Nein, ich komme in keinen Computer rein, ich weiß auch kaum, wie die Polizei das macht”, outete sich beispielsweise Schäuble als jemand, der so schwierige Fragen lieber denen überlässt, die er für Fachleute hält. Und “er weiß gerade mal so, was ein Trojaner ist”.

Immerhin konnte er noch zu Protokoll geben, er öffne grundsätzlich keine Anhänge von E-Mails, die er nicht genau einschätzen könne. Aber da er auch ganz andere Sachen nicht so gut einschätzen kann …

Und dann wäre da noch Beckstein, Günther, der es auch mit den Trojanern hat. Erstens will der bayerische Innenminister unbedingt welche für die ihm unterstellen “Polizei-Experten”. Zweitens hätte er unlängst fast so einen Mail-Anhang auf einem privaten Computer aufgemacht, wie er selber auf dem europäischen Polizeikongress in Berlin zu berichten wusste. Nur seine besser informierte und natürlich klügere Frau konnte ihren DAU gerade noch davon abhalten.

(bk)

Stuttgarter Nachrichten