Apple mischt den Profi-Handy-Markt auf
Die Schonzeit für Smartphones ist vorbei

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Meinung: Für Profis könnte das iPhone von Apple viel reizvoller sein als das gesamte Sammelsurium unflexibler Smartphones.

Alles ist vergänglich – auch das Smartphone?

Apple mischt den Profi-Handy-Markt auf

Vor einigen Jahren habe ich für an einer Zeitschrift für die Nutzer von Lotus 1-2-3 mitgearbeitet. Die jüngeren Leser kennen es vielleicht nicht mehr, aber Lotus 1-2-3 war einst das populärste Tabellenkalkulations-Programm weltweit.

Zuerst haben wir praktische Übungen zur Einführung von Abrechnungs- und Buchhaltungssystemen für Unternehmen angeboten. Aber mit der Zeit wurde der Inhalt des Magazins immer dürftiger, weil es den Mitwirkenden immer schwerer fiel, sich neue Projekte auszudenken. Ich erinnere mich an eine Anleitung zur Umwandlung von 1-2-3 in einen Lochstreifenrechner (vielleicht nicht gerade die ideale Anwendungen für eine 500 Euro teure Software). Eine andere Lehreinheit beschäftigte sich damit, 1-2-3 als Textverarbeitungsprogramm agieren zu lassen.

Lotus 1-2-3 war ein Musterbeispiel für Anpassungsfähigkeit, aber diese Makro-Anwendungen überstiegen jegliche Vernunft. “Was kommt als nächstes?” brummte also der Redakteur, “ein Makro mit dem man 1-2-3 als ein paar Socken verwenden kann?”

Ein ähnliches Schicksal ist dem Smartphone beschieden – zumindest bis zur Einführung von Apples iPhone. Das derzeitige Smartphone besteht aus einer armseligen Kamera, einem unsinnigen Mini-Web-Browser, einem zweitklassigen E-Mail-Client und einem unausgegorenen Personal Information Manager – alles in einem. Man kann sogar Telefonanrufe tätigen – allerdings besteht die Gefahr, sich ein RSI-Syndrom
zuzuziehen, wenn man sich durch das Adressbuch scrollt, um den richtigen Namen zu finden.


iPhone zu unrecht verschrien?

Apple mischt den Profi-Handy-Markt auf

Wenn jemand ein Smartphone als Hauptwerkzeug für seine berufliche Tätigkeit verwendet, kann ich mir nicht vorstellen, dass derjenige viel zu sagen oder zu tun hätte. Es ist eher anzunehmen, dass er das Smartphone angeschafft hat, weil es eine Unmenge von Tasten hat und über ein hochentwickeltes (welches bitte?) Spektrum von Anwendungen verfügt. Außerdem hat schließlich jeder eins.

Natürlich habe ich die Berichterstattung über die Markteinführung von Apples iPhone mit einigem Interesse verfolgt. Die meisten Reporter, die vor der Markeinführung darüber schrieben, dachten, das iPhone wird ein katastrophaler Reinfall, weil es zu wenige Funktionen bietet. Das stellte sich als unzutreffend heraus. Die meisten Kommentatoren glauben nun, dass das iPhone wegen seinem allzu simplen Interface ein katastrophaler Reinfall wird.

Um ehrlich zu sein, ich würde mich keinen Deut um ein Mobiltelefon scheren, mit dem ich Bob Dylan hören, den “Fluch der Karibik” sehen oder Bilder auf meinen Desktop holen kann. Ich will ein Smartphone, das automatisch zwischen mobiler Funktion und Wi-Fi umschalten kann und PIM-Anwendungen bietet, die denen meines Desktops in nichts nachstehen. Außerdem möchte ich ein ausgereiftes Mail-System und Web-Browsen auf einem Großbildschirm.


Apple-Telefon könnte bisherige Smartphones verdrängen

Apple mischt den Profi-Handy-Markt auf

Mir deucht, dass vielen der jetzigen Smartphones ein Ende a lá Lotus 1-2-3 beschieden sein wird – als Folge ihrer mangelnden Flexibilität. Nach der Einführung von Windows 3.0 im Jahr 1990 haben die Nutzer schnell das Interesse and den schwerfälligen DOS-Pogrammen mit ihren eigenwilligen Nutzerschnittstellen verloren. Als Lotus dann Jahre später eine Windows-Version von 1-2-3 nachschob, hatte das Unternehmen seine Kunden längst an Microsoft Excel verloren. Das iPhone mag das gleiche mit anderen Smartphones tun.

Auch Excel wurde der Tod vorausgesagt oder die Kopie fremder Ideen vorgeworfen – es hast sich trotzdem durchgesetzt. Ich denke, Apples Telefon wird – wenn Apple etwaige Rechtsstreits finanziell durchsteht – die bisherigen Smartphones verdrängen.