Forscher entwickeln chemischen Computer

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Amerikanische Forscher haben einen Computer entwickelt, der mit winzigen Bläschen rechnet statt mit Elektronen. Die Technik soll die Analyse von Chemikalien verbessern.

Gebaut wurde der neue Rechner von zwei Wissenschaftlern des Bostoner Forschungsinstitutes MIT. Manu Prakash und Neil Gershenfeld vom Center for Bits und Atoms im Bundesstaat Massachusetts hätten zu diesem Zweck winzige Kanäle von nur einem Tausendstelmillimeter Breite in Silizium. So das MIT in einer Mitteilung. Dann nutzten sie Stickstoff-Bläschen als Informationsträger. Jedes Bläschen repräsentiert ein Bit.

Die Kanäle sind so angelegt, dass sie booleanische Berechnungen ermöglichen, die auf einfachen Variablen und wenigen Regeln basieren. Die Kanäle können auch Daten speichern, indem Stickstoff-Bläschen an bestimmten Orten in Vertiefungen eingelagert werden. Der neuartige Computer folgt so dem gleichen Prinzip wie jeder PC mit einer Art Transistoren, die zwischen 0 und 1 schalten.

Die Forscher gehen nicht davon aus, dass ihre Erfindung die heutige Computertechnik ersetzen könnte. Ein Bläschen-Rechner wäre bei gleicher Leistung laut dem Bericht viel größer als bisherige Prozessoren und deutlich langsamer. Das Ziel ist jedoch, andere chemische Substanzen in den Bläschen zu transportieren, größere Moleküle oder sogar lebende Zellen. Dies würde hoch präzise chemische Analysen ermöglichen. (dbm/mr)

Bild: courtesy / Manu Prakash

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