Abstellkammer Server-Raum
Die Gefahren eines Hardware-Cocktails

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Der Rat von IBM, Technologien als buntes Durcheinander in den Unternehmen einzusetzen, könnte den IT-Chefs arges Kopfzerbrechen bereiten.

Simpel = kompatibel

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Eine der goldenen Regeln des Netzwerk-Managements ist, das Leben für die IT-Mitarbeiter so einfach wie möglich zu gestalten, indem man sich auf so wenige unterschiedliche Arten und Fabrikate beschränkt wie nur irgend möglich. Deshalb dürfte wohl nicht wenige IT-Chefs das blanke Entsetzen packen, wenn IBM zukünftige Nutzer ihres BladeCenter-H-Systems auffordert, dies mit einer beliebigen Mischung aus 10Gb Ethernet, InfiniBand und Glasfaser zu nutzen.

Das ist wahrscheinlich so ziemlich das Letzte, was viele Rechenzentrums-Manager hören wollen. Im letzten Jahrzehnt und sogar davor haben viele Großunternehmen stufenweise alle Typen und Fabrikate in ihrer Infrastruktur angepasst, ganz gemäß dem abgedroschenen Marketing-Motto “Evolution statt Revolution”. Das ging teilweise so weit, dass die Manager der Rechenzentren nicht mehr wussten, was für Überraschungen wohl in manchen Racks oder Server-Schränken so auf sie lauerten.

10GbE und InfiniBand schließen sich in den häufigsten Fällen aus, ein Zusammenwirken ist in den meisten Umgebungen kaum vorstellbar. Na gut, es gibt immer Ausnahmen von der Regel. Dennoch: Da Glasfasertechnik das Speichernetzwerk (SAN – storage area network) in näherer Zukunft dominieren wird, müssen beide Technologien Glasfaser als zeitweisen Bettgenossen akzeptieren – zumindest so lange, bis entweder iSCSI oder 10GbE die Wirkung erzielen, die von einigen vorausgesagt wurde.


Hersteller-Versprechungen unglaubwürdig?

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Abgesehen von der Komplexität von Verwaltung und Konfiguration, die eine Mischung unterschiedlicher Technologien hervorruft, stellt sich zuerst immer die Frage, ob das Ganze auch zusammen funktioniert.

Sogar bei einer relativ unabhängigen Interoperabilitäts-Zertifizierung, wie sie vom Wi-Fi Verband für die drahtlosen LAN-Ausrüstungen vorgenommen wird, ist nie absolut sicher, dass man das eine Produkt dazu bringen kann, mit dem anderen auf einer Ebene zu kommunizieren, die das gesamte Potential ausnutzt.

Nur wenige Rechenzentrums-Leiter werden glauben, dass IBM wirklich angemessene Tests zur Interoperabilität vorgenommen hat. Die Behauptung des Anbieters, dass seine Analyse auf bestimmten, von Kunden geforderten Konfigurationen basiert, vermittelt auch nicht gerade ein beruhigendes Gefühl.


Nicht alles kann getestet werden

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Dies bedeutet nicht, dass BladeCenter H Systeme nicht die gleiche Leistung bringen werden, wenn sie mit 10GbE Modulen, InfiniBand-Komponenten oder SAN-Glasfaser-Switchen anderer Hersteller kombiniert werden; es gibt eben nur keine Sicherheit, dass keine Konfigurations- und Leistungsprobleme auftreten.

IBM weist zu Recht darauf hin, dass es unmöglich ist, jede Permutation oder Kombination von Ausrüstungsteilen zu testen – das würde einfach zu lange dauern und die Auslieferung des Systems verzögern. Wahrscheinlich so lange, dass die Welt mittlerweile zur nächsten Generation von Technologien übergegangen ist.

Wenn alles gesagt und getan ist, braucht man sich nur an die Worte von IBM zu halten, die besagen, dass zumindest ein Unternehmen genau diese Ausrüstungskombination wollte – die jetzt genau so funktioniert, wie die Firma es wollte. Und eben das ist, was IBM getestet hat.