Google sorgt sich um das Internet

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Ausgerechnet ein Manager für TV-Technologie hält das viele Ausstrahlen von Online-Videos für eine Zerreißprobe des Internet.

Vincent Dureau ist Googles Mann für die Videoportale. Der Manager äußerte auf der “Cable Europe Conference” in Amsterdam seine Zweifel, dass die Infrastruktur des weltweiten Web mit den wachsenden Anforderungen von Plattformen wie YouTube oder Joost noch lange klarkomme.

“Die Infrastruktur hält nicht Schritt. Sie bietet nicht jenes Qualitätsniveau, das die Kunden erwarten.” Google investiere bereits massiv in Web-Hardware, um die Sache am Laufen zu halten, aber das könnte noch zu wenig sein. Die Kapazität werde bis zu dem Punkt ausgereizt, bis nichts mehr gehe, warnt der Google-Manager.

Immerhin steht Dureau nicht allein mit seiner Meinung, denn auch die Analysten bei Deloitte warnen in einem Bericht, dass dieses Jahr die Online-Kapazität komplett ausgelastet werden würde. Schuld seien neben den Video-Portalen auch die Social Networks wie MySpace oder Bebo.

In die gleiche Bresche schlägt der britische Technologie-Marktforscher CacheLogic, der gemessen haben will, dass 60 Prozent des gesamten Peer-to-Peer-Geschehens nicht mehr auf MP3, sondern auf Video- und Film-Dateien entfalle – mit einer durchschnittlichen Dateigröße von 1 GByte.

VeriSign kündigte neulich an, weitere 100 Millionen Dollar über die nächsten drei Jahre nur für die Erweiterung von Bandbreite (man rechnet mit dem Faktor 10) ausgeben zu wollen. Das europäische Pendant Interoute gab jüngst 22 Millionen Euro aus, um sein Netzwerk gerade für den HD-Video-Verkehr zu optimieren. (rm)