Schäuble: Laptops sind leicht zu verstecken …

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… und werden daher vielleicht bei einer Hausdurchsuchung nicht gefunden. Ans Internet müssten sie aber immer, und deshalb will der Schnüffelminister den PC-Besitzern unbedingt staatliche Trojaner ins Haus schicken.

So hauchdünn argumentiert der Bundesminister in einem Interview mit der taz. Er hält die Polizisten in diesem Land offenbar für reichliche Tölpel und gibt außerdem bereitwillig zu:

“Nein, ich komme in keinen Computer rein, ich weiß auch kaum, wie die Polizei das macht. Ich weiß gerade mal so, was ein Trojaner ist … Nein, ich öffne grundsätzlich keine Anhänge von E-Mails, die ich nicht genau einschätzen kann. Außerdem bin ich anständig, mir muss das BKA keine Trojaner schicken.”

Denen, die er für nicht so anständig hält, will er aber immer noch unbedingt welche schicken, denn “die Fachleute melden uns jetzt den ermittlungstaktischen Bedarf”. Auf die Frage, ob solche Online-Schnüffelaktionen fünfmal oder 50.000-mal im Jahr stattfinden sollten, wollte er sich ausdrücklich nicht festlegen.

Privatsphäre gilt ihm dabei nichts, und er bleibt dabei, selbst persönliche Tagebücher auf dem PC durchschnüffeln zu wollen, weil die Bösen doch so klug sind:

“Verbrecher und Terroristen sind klug genug, so etwas auszunutzen. Die tarnen ihre Informationen dann als Tagebucheintrag. So leicht dürfen wir es denen nicht machen.”

Wie unklug ist dieser Minister?

(bk)

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