Photoshop CS3 Beta
Bildbearbeitung für Intel-Mac-Nutzer

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Die Wartezeit nach dem Zusammenschluss von Adobe und Macromedia ist zu Ende. Mit der Betaversion zu Photoshop CS3 liegt nun eine Neuauflage des Flaggschiffs vor. Detailverbesserungen und eine aufgeräumte Arbeitsfläche fallen ins Auge.

Testbericht

Photoshop CS3 Beta

Bisher ist man aus dem Hause Adobe keine öffentlichen Betas gewohnt. Dass dieses Mal eine Ausnahme gemacht wurde, liegt wohl an zwei Dingen: Zum einen wollte man die von Macromedia übernommenen Labs füttern. Zum anderen können mit der Beta nun auch Intel-Mac-Nutzer Photoshop nativ und damit wesentlich performanter laufen lassen.

Wer die Beta bei sich installiert, kann einen alten Photoshop-Schlüssel verwenden. Allerdings ist auch dann eine Aktivierung Pflicht. Ohne Aktivierung meldet sich Photoshop mit dreißig Tagen Testlaufzeit, die allerdings im Test teilweise auf zwei Tage geschrumpft ist. Meldungen dazu gibt es auch in diversen Foren.

Auf den ersten Blick hat sich – wie eigentlich auch schon in den Vorversionen – in Photoshop CS3 nicht allzu viel geändert. Augenfällig für Webdesigner ist vor allem, dass Image Ready fehlt. Einige Funktionen wie die Slices waren ja schon lange doppelt vorhanden, andere wie Animationen und Rollover sind nun in Photoshop integriert. Ob das für Webdesigner allerdings ausreicht oder ob Adobe doch noch Image Ready nachschiebt oder gar das von Macromedia übernommene Fireworks weiterentwickelt, ist im Moment noch unklar.

Oberfläche

Die Oberfläche von Photoshop wirkt in der neuen Version noch ein wenig besser aufgeräumt als bisher schon. Das liegt zum einen an der einspaltig oder zweispaltig organisierten Werkzeugleiste, die den Platzverbrauch senkt. Zum anderen wurden die Paletten neu organisiert und lassen sich nun über Icons kurzfristig ein- und ausblenden.

Eine besonders reizvolle Innovation sind die Smart Filter. Sie arbeiten ähnlich wie die Ebeneneffekte, nur dass statt der Effekte die Filter auf eine Ebene angewendet werden. Die Filter sind nicht-destruktiv, sprich sie lassen sich jederzeit entfernen, kopieren und verschieben. Etwas gewöhnungsbedürftig ist, dass die Filter wie die Ebeneneffekte unter den Ebenen angezeigt werden. Hier wäre unter Umständen die Masken- und Gruppierungslogik eingängiger, bei der der Effekt über der jeweiligen Ebene liegt. Ein gewichtigerer Nachteil ist, dass die klugen Filter nur auf Smart Objects anwendbar sind. Ausgeglichen wird dies von den hervorragenden Kombinationsmöglichkeiten der einzelnen Filter.

In Sachen Werkzeuge und Auswahlen ist vor allem die Schnellauswahl (in der Beta Quick Selection) hervorzuheben. Damit malt man per Pinsel eine Auswahl. Ebenfalls praktisch sind die Möglichkeiten, Auswahlen nachträglich weicher oder härter zu machen. Vor allem bei Collagen, beispielsweise für den Kopfbereich einer Seite, weiß der Webdesigner diese Funktionalität zu schätzen.


Details

Photoshop CS3 Beta

Neben neuen Möglichkeiten wurden einige Dialoge überarbeitet. Für den Webdesigner noch am unwichtigsten ist der verbesserte Druckdialog. Wesentlich wertvoller sind dagegen die aufgemotzten Gradationskurven. Das Histogramm wurde nun elegant im Dialogfeld integriert und einige neue Optionen erlauben es noch schneller, den Dialog auf die jeweilige Anwendung zu optimieren. Ähnliche Verbesserungen gibt es auch beim Öffnen von PDFs und in einigen Dialogen.

Automatismen

Für die Digitalfotografen ist der sowieso schon gute Raw-Import noch einmal verbessert worden. Mittlerweile lassen sich unter anderem auch JPEGs und TIFFs öffnen. Als Schaltzentrale zur Bildverwaltung hat auch die Bridge beispielsweise mit einem Bildvergleich eine Aufwertung erfahren. Als Alternative zu Adobe Lightroom bietet sich die Bridge allerdings wegen mangelnder Übersichtlichkeit nach wie vor nur in kleineren Projekten an.

Die Funktionalität zum Mergen von Fotos wurde um eine automatische Ebenenanordnung und -überblendung ergänzt.Damit lassen sich beispielsweise ähnliche Gruppenfotos übereinander legen und automatisch ausrichten.Anschließend können einzelne Personen mit der jeweils besten Variante – etwa mit geöffneten Augen – in schlechteren Varianten ersetzt werden. Ebenfalls deutlich verbessert wurde das Fluchtpunktwerkzeug. Wer zum Beispiel Designs auf eine leere Packung projizieren möchte, spart sich gegenüber der Handarbeit Zeit.

Für Flash-Anhänger hat Adobe das Tool Zoomify integriert. Dieses Plug-in erzeugt eine SWF-Datei, mit der sich ein Bild stückweise zoomen lässt. So sind Lupenfunktionen beispielsweise für den eigenen Webshop kein Problem mehr. Ebenfalls recht praktisch ist die Vorschau für digitale Endgeräte, die in den Dialog Für Web speichern integriert wurde.


Fazit

Photoshop CS3 Beta

Insgesamt fällt das Fazit durchwachsen aus: Die Neuerungen sind größtenteils sinnvoll. Aber vor allem für den Profi ist wenig dabei, was zum Update motiviert.

Plus
– nicht-destruktive Filter
– mehr Platz auf dem Bildschirm
– gut durchdachte Detailverbesserungen

Minus
– wenig Profi-Neuerungen

Info
Vertrieb: Adobe
Preis: noch nicht bekannt
Plattform: Windows XP SP2 oder Vista, MacOS X v.10.4.8