Jagt Vista die Preise hoch?

Allgemein

Die erste Preiswelle der Elektronik-Shops kam in den ersten Januartagen dieses Jahres wg. Märchensteuer. In dieser Vista-Upgrade-Woche mit erhöhtem Hardware-Bedarf kam die zweite Welle täglicher Preiserhöhungen über die Computershops.

Die Preise erhöhen sich ganz unauffällig, denn Online-Shops und auch Filialisten wie K&M Elektronik pflegen die Preise über ihre Websites ein. Da liegen keine gedruckten Kataloge herum, aus denen noch der Preis von gestern oder vorgestern zu ersehen wäre.

Vor dem Jahresende hatte ich mir noch einige Artikel vorgemerkt, schaffte es aber erst in den Januartagen in den Einkaufstrubel. Gewohnheitsmäßig sah ich online nach, ob die Teile in den Shops auch vorrätig waren, denn auch das ändert sich von heute auf morgen. Sie waren es, aber die meisten Preise hatten sich deutlich mehr erhöht als die Angela-Märchen-Steuer.

Die hatte sich wie angesagt von 16 auf 19 Prozent erhöht. Drei Prozent auf das Netto von hundert also, der Bruttopreis rückte daher von 116 auf 119 Prozent vor. Das hätte nach Adam Riese einer Erhöhung des Bruttopreises um 2,5892068 Prozent entsprochen. Die Erhöhungen bei den von mir ausgesuchten Artikeln entsprachen aber locker 5 bis 10 Prozent.

Das hätte ja für eine Zeitlang reichen können, zumal Computerteile tendenziell eher billiger werden. Nicht so in dieser Vista-Woche. Bereits letzten Freitag kündigte sich Ungemach an. Nachmittags war die Website von K&M Elektronik wegen Wartungsarbeiten bis 15 Uhr nicht mehr erreichbar. Als sie wieder auftauchte, standen alle Artikel mit allen Abbildungen doppelt drin. Zu intensive Preispflege vielleicht?

Am Sonntag musste ich den Umtausch von Arbeitsspeicher vorbereiten, denn ein 1-GB-Riegel von G.skill lief nicht mit den 800 MHz, für die ich bezahlt hatte, sondern nur mit fester Bios-Einstellung auf 667 MHz – und bei Auto-Einstellung ging gar nichts. Bei den RAM-Angeboten war mir bereits aufgefallen, dass die günstigeren Varianten der als relativ ausfallsicher geltenden Hersteller wie Corsair häufiger vergriffen waren – es blieben vorwiegend teure oder eher unsichere Angebote übrig. Der Speicherhunger von Vista schlug sichtbar auf das RAM-Angebot durch.

Bei der Gelegenheit merkte ich noch ein kleines USB-Hub für 7,79 € vor. Am nächsten Morgen schon stand das Hub bereits mit einem Preis von 9,19 € drin – satte 18 Prozent teurer. Gerade bei einer Vielzahl von Artikeln im unteren Preisbereich fällt so etwas ja nicht so schnell auf.

Bei Acom, einem oft noch deutlich günstigeren Laden, sah ich mich nach einer Festplatte um. Die Sata-II-Platte mit 500 GB von Samsung hatte sich seit der Vor-Vista-Woche von 133 auf 139 € erhöht – drei Prozent.

Sollte es Zufall sein, wenn sich bei den wenigen betrachteten Artikeln in dieser Woche die Preise erhöht haben? Der statistische Beweis dürfte durch die ständigen Bewegungen in den Online-Preislisten ohnehin nur schwer zu führen sein. So still und leise, wie die Preise online eingepflegt werden, kommen sie einem fast wie eine “gefühlte” Teuerung vor. Vorhergesagt wurde der Vista-Preisschub allerdings bereits vor langem. Und wenn es ohnehin jeder erwartet, kann man ja auch zulangen …

Es ist nicht automatisch zu unterstellen, dass es an den genannten Läden liegt, die ja nicht zu den teuersten ihrer Branche gehören. Das Prinzip von Angebot und Nachfrage beginnt schon beim Hersteller und Distributor. Löst eine Upgrade-Welle, wie sie von Windows Vista erzwungen wird, eine erhöhte Nachfrage aus, steigen die Preise. Das ist schlichte Volkswirtschaftslehre. Wer nicht zu viel bezahlen will, wartet also vielleicht besser, bis die Vista-Wow-Effekte verklungen sind.

(bk)

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