“Killerspiele” verbessern die Sicht

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Das haben Beckstein & Co bei ihrem Kreuzzug gegen harte Action-Spiele nicht bedacht: Die visuelle Erkennungsleistung wird durch Spiele wie Unreal Tournament deutlich verbessert – und das ist wissenschaftlich erwiesen.

Während sich die Befürworter eines “Killerspiele”-Verbots nur auf höchst widersprüchliche und wissenschaftlich nicht abgesicherte Untersuchungen berufen können, steht hinter dieser Erkenntnis die University of Rochester. Die Forscher der Universität fanden heraus, dass das Spielen von Action-Spielen über mehrere Stunden täglich innerhalb eines Monats die Sicht um etwa ein Fünftel verbessert, wenn es zum Beispiel um die Identifikation von Buchstaben geht, die in einem grafischen Wirrwarr versteckt wurden.

“Action-Videospiele verändern die Art und Weise, wie unser Gehirn visuelle Informationen verarbeitet”, fasst Professorin Daphne Bavelier zusammen, die sich mit Gehirnforschung und insbesondere kognitiven Fähigkeiten beschäftigt. “Nach nur 30 Stunden zeigten die Spieler eine wesentliche Zunahme in der räumlichen Auflösung ihrer Sicht. Sie konnten Zeichen wie die auf einer Augenarzt-Tafel besser erkennen, wenn andere Symbole sie überlagerten.”

Die verbesserte visuelle Leistung kann sich auch im realen Leben als nützlich erweisen:

“Wer Action-Spiele spielt, der verändert die Gehirnbahnen, die für die visuelle Verarbeitung zuständig sind. Diese Spiele bringen das visuelle System des Menschen bis an seine Grenzen, und das Gehirn passt sich dem an. Diese Lernerfahrung überträgt sich auf andere Aktivitäten und möglicherweise in den Alltag.”

Nicht die Möhren also sind so gut für die Augen, und Tetris bringt es auch nicht. Eine Vergleichsgruppe von Studenten nämlich spielte Tetris. Das brachte nichts für die visuelle Erkennungsleistung – es muss schon ein echtes Ballerspiel vom Kaliber Unreal Tournament sein.

(Robert Jacques/bk)

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University of Rochester