Yahoo trickst sich selbst aus

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Yahoo wollte ein “Wii Portal” starten und nutzte dabei Material aus dem zugekauften Fotodienst Flickr. Yahoos Umgang mit den Urheberrechten brachte die Masse der User auf – sie führten Yahoos Automatismen absichtlich in die Irre.

Eine kleine Seifenoper rund um Urheberrechte, Firmenübernahmen und die Macht der Online-Nutzer spielte sich gestern im Web ab: Yahoo fügte eine Reihe von nutzergenerierten Fotos aus dem Web2-Fotodienst Flickr in sein eigenes Wii-Portal ein – und zwar solche, die mit dem Stichwort (“Tag”) “Wii” gekennzeichnet waren..

Den “Terms of Service” von Flickr zufolge bleibt das Copyright zu den Bildern aber beim Nutzer – Yahoo nutze diese also missbräuchlich, beschweren sich Flickr-User. Wie bei Web2-Diensten üblich, reagierten die User sofort und zeigten Yahoo die herausgestreckte Zunge, indem sie einfach eine Riesenzahl von Bildern hochluden, die allesamt mit dem Stichwort “Wii” gekennzeichnet waren.

Die neuen “Wii”-Fotos machen sich häufig über Yahoo lustig. Blogger Scott Gilbertson kommentiert: “Mein Favorit darunter ist die aufwärts zeigende Hand mit dem Text ‘Ich bin blöd’ – Power to the people!”. In einem Diskusions-Thread in den Flickr-Foren luden sich die Gemüter auf, das Yahoo-Wii-Team versuchte sie zu beruhigen. Yahoo hätte nur Fotos genommen, die im “Creative Commons Attribution pool” standen, erklären die Yahoo-Mitarbeiter. Der Ärger aber geht weiter.

Die Geschäftsbedingungen von Yahoo sprechen eine eindeutige Sprache: Yahoo kann mit den Bildern der Nutzer machen, was sich der Service denkt – Wer etwas online stellt, räumt Yahoo Nutzungsrechte ein. Die “Lizenz” läuft jedoch aus, sobald de Content vom Service entfernt wird. Gilbertson empfiehlt nun, wichtige Fotos einfach aus Flickr zu nehmen. Eigentor für Yahoo. (mk)

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