OS vom USB-Stick starten
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Nicht jeder PC bootet von USB-Medien. Schuld sind entweder das Rechner-Bios oder die Stick-Formatierung. Wir zeigen, welche Soft- und Hardware-Klippen Sie umsegeln müssen.

Das Bios muss mitspielen

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Zwar sind USB-Sticks in der Regel bootfähig, aber nicht jeder Speicherstift bootet auch auf jedem PC-Mainboard. Der schwarze Peter kann aber bei beiden Parteien liegen. USB-Sticks müssen einerseits nicht zwangsläufig bootfähig sein. Andererseits gibt es die Möglichkeit, dass das Rechner-Bios das Booten von USB-Sticks nicht unterstützt.
Mangels einheitlichem Boot-Standard bleibt es jedem Mainboard-Hersteller überlassen, welche Features er seinem Bios mit auf den Weg gibt. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte man vor einem Bootversuch die aktuellste Bios-Version aufspielen. Je nach Bios-Variante – Award/Phoenix oder AMI – gilt es zudem, diverse Einstellungen richtig zu setzen. Mehr Informationen zur Bios-Konfiguration stehen auf der nächsten Seite.


Bios-Einstellungen zum USB-Booten

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Damit der USB-Stick bootet, müssen sich im Bios USB-Medien als Bootlaufwerke einrichten lassen. Je nach Bios-Version und -System legt man das unter dem Menüpunkt Bios Features Setup, Advanced Bios Features, Advanced CMOS Setup oder schlicht unter Boot fest. Lässt sich hier kein USB-Datenträger als erstes Boot-Laufwerkauswählen, sollte man überprüfen, ob sich eine Option wie Boot From Other Device findet. Damit sich der Stick als Bootmedium funktioniert, gilt es auf jeden Fall, beim Menüpunkt Bios Features Setup oder sinngemäß den USB Legacy Support zu aktivieren.

Wenn ein USB-Stick trotz richtiger Konfiguration nicht bootet, erwartet das Bios ein anderes Stick-Format. USB-Flashspeicher lassen sich als Festplatte oder Superfloppy formatieren. Und nur wenige Bios-Versionen kommen mit beiden zurecht. Wer den Emulationstyp beispielsweise Floppy, Forced HDD, Hard Disk oder CD ROM in Bios einstellen kann, hat die größte Chance, vom Stick zu booten. Meistens wird aber nur ein bestimmtes Format erwartet.


Superfloppy oder Festplatte

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Führt keine Bios-Konfiguration zum Ziel, kommt das Mainboard nicht mit dem USB-Stick-Format zurecht. Der Grund: Es gibt zweierlei Arten, einen Flashspeicher zu formatieren. Zum einen als Festplatte, also mit Master Boot Record, Partitionstabelle und Partition, was die Windows-Tools erledigen. Die zweite Variante ist die Superfloppy. Hier kommt der Datenträger wie eine Diskette daher und besitzt keine Partitionstabelle. Einen Unterschied bemerkt man nicht. Festplatten- und Superfloppy-USB-Sticks werden unter Windows ganz normal als Wechseldatenträger eingebunden. Für das Bios ist dieser Unterschied aber wichtig. Nicht jede Version akzeptiert beide Varianten als Bootmedien. Teilweise lässt sich explizit einstellen, ob der Typ Festplatte oder Superfloppy emuliert werden soll. In anderen Fällen hat der Anwender keine Wahlmöglichkeit oder ein bestimmter Typ wird erwartet.


Formatieren unter Windows

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Das HP USB Disk Storage Format Tool macht beliebige USB-Sticks bootfähig, indem es einen Bootsektor schreibt. Optional lassen sich auch DOS-Systemdateien von Diskette übertragen. Um sicherzustellen, dass der Stick beim Booten als Festplatte erkannt wird, formatieren Sie den Flashspeicher mit dem Dateisystem NTFS.


Superfloppy mit Linux

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Um den USB-Stick zur Superfloppy umzuwandeln, reichen die Windows-Bordmittel nicht aus. Hier ist der Griff zu Linux fällig. Eine Installation ist aber nicht notwendig bereits eine kostenlose Live-CD wie Knoppix genügt völlig. Ist das Linux-System hochgefahren, wechselt man in die Konsole. Dort liefert die Eingabe von fdisk l den Namen, unter dem der Stick gemountet ist. Anschließend wird der USB-Stick mit den Kommandos install-mbr /dev/Name –force und mkdosfs -I /dev/Name mit einem Master Boot Record ausgestattet und als Superfloppy formatiert. Nach Formatierung lassen sich unter Windows entweder DOS-Systemdateien auf den Stick übertragen oder wie im auf den nächsten Seiten beschrieben, ein spezielles Windows-System aufspielen.

Linux bietet die Möglichkeit, einen USB-Stick nicht nur als Superfloppy, sondern auch als Festplatte zu formatieren. Dazu wird die Konsole aufgerufen und der erste physikalische Sektor des Sticks mit dem Befehl dd if=/dev/zero of=/dev/Name bs=512 count=1 gelöscht. Anschließend startet man fdisk mit fdisk /dev/Name und legt mit n,p,1 eine neue primäre Partition an, die mit a,1 als aktiv markiert wird. Das FAT16-Dateisystem für den USB-Stick wird mit dem Kommando t,6 festgelegt. Mit w gelangen alle Einstellungen auf den Stick. Zuletzt wird mit dem Konsolenbefehl install-mbr /dev/Name –force noch der Master Boot Record geschrieben.


Welches OS auf den Stick?

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Ist der Stick fürs Booten vorbereitet, lässt sich ein Betriebssystem davon starten. Am einfachsten geht das mit DOS. Kopieren Sie einfach alle Files – inklusive der versteckten Dateien – einer DOS-Bootdiskette auf den Stick. Wer keine passende Diskette zur Hand hat, kann sich mit fertigen Images von der Webseite Bootdisk.com behelfen.
Nicht nur das gute alte DOS, sondern auch ein aktuelles Windows-System kann man mit wenig Aufwand dazu bringen, vom USB-Stick zu starten. Ausgabe 04/2007 der PCpro beleuchtet dieses Thema im Detail.