Google Earth
Die Welt ist nicht genug

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Mit Google Earth fliegen Sie ganz passabel über Mutter Erde. Doch erst spektakuläre 3D-Plug-ins, Geotagging und GPS-Import machen Sie zum Master of the Universe.

Faszinierendes Google-Earth

Google Earth

Wer hätte gedacht, dass Erdkunde so viel Spaß machen kann: Millionen Computernutzer fliegen mit Google Earth virtuell über den Blauen Planeten, besuchen am Bildschirm weit entfernte Orte oder betrachten das eigene Heim von oben. Immer mehr User passen Google Earth dabei an die eigenen Wünsche an und lassen sich das Wetter voraussagen, Staus anzeigen oder die Route für den nächsten Ausflug berechnen. Google Earth bietet dafür von Haus aus zahlreiche Funktionen. Aber erst mit Plug-ins, die Sie aus dem Internet laden können, offenbart die Software ihre ganze Leistungsfähigkeit.

Freiflug über die Alpen

Die Standard-Features von Google Earth sind bekannt. Doch das Programm findet nicht nur Orts- und Straßennamen, Hotels und Restaurants oder markante geografische Punkte – einige Städte, vorwiegend in den USA, lassen sich auch dreidimensional anzeigen.

Über die Registerkarte Wegbeschreibung können Sie zudem eine Route berechnen lassen. Geben Sie Start- und Zieladresse an, und das Programm zeichnet Ihnen den Weg ein. Klicken Sie danach auf den Play-Button unterhalb der Suchfelder, fliegt Google Earth mit Ihnen die Route am Bildschirm ab. Wer Start- und Zielpunkt geschickt wählt, kommt so zu spektakulären Flügen über beeindruckende Landschaften.

Google-Earth-Tuning

Den virtuellen Globus ergänzen Sie ganz einfach mit Plug-ins. Die Erweiterungen haben die Dateiendung KMZ oder KML und werden nach einem Doppelklick automatisch in Google Earth geöffnet. Enthält das Plug-in beispielsweise den Eiffelturm als 3D-Modell, fliegen Sie gleich nach dem Öffnen der Datei mitten in die französische Hauptstadt und sehen das Wahrzeichen von Paris auf dem Bildschirm.

Die einfachsten Erweiterungen sind Ortsmarken. Diese markieren interessante Stellen auf dem Globus, damit der User sie nicht immer wieder aufs Neue suchen muss. Entweder laden Sie sich verschiedene Ortsmarken, sogenannte Placemarks, als Erweiterungen in Google Earth, oder Sie erstellen eigene von Ihrem Haus, Ihrem Betrieb oder dem nächsten Urlaubsziel.

Fliegen Sie dazu den gewünschten Ort auf der Karte an und justieren Sie über die Navigation in der rechten oberen Bildschirmecke Blickhöhe und -winkel. Wählen Sie dann Hinzufügen/Ortsmarke aus dem Menü. Es erscheint ein Pin auf der Karte, und ein Dialog öffnet sich. Den Pin können Sie mit der Maus noch sauber platzieren und im Fenster einen Namen und eine Beschreibung für die Ortsmarke vergeben. Sie taucht dann in der Sidebar unter Meine Orte auf und kann mit einem Doppelklick jederzeit in den Fokus gerückt werden. Damit Sie nicht die ganze Welt nach interessanten Orten abgrasen müssen, liefert Ihnen PCpro einige der spannendsten Plätze auf Heft-CD/DVD mit ( PCP-Code: PLACEMARK).


Historische Ansichten durch Overlays

Google Earth

Doch Google Earth wäre nur halb so reizvoll, wäre man nur auf das Kartenmaterial von Google angewiesen. Mit Overlays ( PCP-Code: OVERLAY) legen Sie beliebige Bilder über einen Kartenausschnitt und verpassen dem Areal so ein anderes Aussehen. Viele dieser Overlays nutzen altes oder alternatives Kartenmaterial, um etwa historische Vergleiche zu ermöglichen. So zeigt ein Overlay New Orleans während der Flut von 2005. Blendet man es aus, sieht der Betrachter den heutigen Zustand. Auch ein Vergleich von Manhattan vor und nach den Anschlägen auf das World Trade Center ist so möglich.

Overlays werden aber auch benutzt, um historische Schlachten darzustellen – ähnlich den Abbildungen aus Geschichtsbüchern – oder aktuelle Staus und das Wetter anzuzeigen. Dabei werden sogenannte Network-Links ( PCP-Code: NETLINK) genutzt. Diese Plug-ins rufen fortlaufend Daten aus dem Internet ab, um das Overlay aktuell zu halten. So verfolgen Sie zum Beispiel die Position von Kreuzfahrtschiffen oder die Wolkenbildung.

Mit der Betaversion von Google Earth 4 ist es sogar möglich, globale Overlays zu erstellen, um der ganzen Erde einen völlig neuen Anstrich zu geben. So wird aus dem Blauen Planeten der Mond, Jupiter, Mittelerde oder der Todesstern aus Star Wars. Natürlich lassen sich globale Overlays auch für nützliche Zwecke wie die Anzeige der Bevölkerungsdichte oder einer Weltkarte aus dem 18. Jahrhundert verwenden.

Städte wachsen aus dem Boden

Google Earth hat aber noch mehr zu bieten. Wer aus einem Blickwinkel von weniger als 90 Grad auf die Erde schaut, sieht, wie platt das Terrain ist. Zwar gestaltet ein Haken vor dem Sidebar-Eintrag Gelände die Oberfläche etwas welliger, was vor allem Gebirge realistischer aussehen lässt. Gebäude scheinen aber immer noch flach auf dem Boden zu liegen. Hier helfen 3D-Modelle.

Mit Google Sketch Up wird der Anwender zum Architekten, Baumeister oder Konstrukteur. Das Tool erzeugt sehr einfach Gebäude, Sehenswürdigkeiten und sogar Raumschiffe. Die Google-Earth-Community war schon fleißig und hat vor allem berühmte Bauten neu erschaffen, darunter die Pyramiden von Gizeh, die Golden Gate Bridge, das Brüsseler Atomium und die komplette Altstadt von Bamberg. Diese und auch ausgefallene Modelle wie das Raumschiff Enterprise oder die Aliens aus Krieg der Welten finden Sie auf Heft-CD/DVD ( PCP-Code: MODELLE)


Geotagging mit Picasa und Flickr

Google Earth

Geotagging bedeutet, dass Sie Ihre Bilder mit Koordinaten versehen und damit verraten, wo Sie die Fotos aufgenommen haben. So können andere nicht nur das Foto, sondern auch gleich den Aufnahmeort in Google Earth bestaunen.

Diesen Job können Sie mit Googles Bildverwalter Picasa Version 2.5 Beta ( PCP-Code: PICASA) erledigen. Markieren Sie ein Foto in der Miniaturansicht, und wählen Sie dann in der Picasa-Menüleiste den Eintrag Tools/Geotag/Export to Google Earth File. Die anschließende Frage beantworten Sie mit Ja. Google Earth öffnet sich mit einem Fadenkreuz in der Fenstermitte. Scrollen und zoomen Sie so lange, bis der Aufnahmeort genau in der Mitte des Fadenkreuzes liegt. Nun klicken Sie in dem kleinen Fenster unten rechts auf Geotag und anschließend auf Done. Picasa bittet Sie daraufhin, einen Namen für die KMZ-Datei zu wählen und abzuspeichern. Diese Datei enthält nun das Foto und alle Informationen, um es an der richtigen Stelle in Google Earth anzuzeigen – ideal zum Weitergeben.

In Flickr müssen Sie zunächst die Fotos bei flickr.com hochladen und in den Bereich Your Photos wechseln. Über die Registerkarte Map gelangen Sie zu einer Weltkarte, auf der Sie den Entstehungsort des Fotos suchen können. Haben Sie ihn gefunden, ziehen Sie das Foto aus der Leiste unten per Drag and Drop auf diesen Punkt. Um nun die Flickr-Fotos in Google Earth anzuzeigen, benötigen Sie die Erweiterung Flickr KML Feed ( PCP-Code: NETLINK). Dabei handelt es sich um einen Network-Link, der laufend die aktuellen Fotos der Flickr-Community als Punkte auf dem Globus darstellt. Ein Klick darauf öffnet das Foto. Ein weiterer Klick auf das Foto öffnet die entsprechende Flickr-Website im Google-Earth-Browser.

GPS mit Google Earth Plus

Nutzen Sie ein Navigationsgerät von Garmin oder Magellan, können Sie die GPS-Daten importieren. Dazu benötigen Sie allerdings die Plus-Version von Google Earth (20 Dollar pro Jahr).

Nach dem Upgrade über Hilfe/Upgrade auf Plus erreichen Sie den GPS-Import über Tools/GPS. Hier wählen Sie entweder Garmin oder Magellan und entscheiden, welche Daten Sie importieren wollen: Wegpunkte, Tracks oder Routen. Nach einem Klick auf OK sucht Google Earth nach dem angeschlossenen Navigationsgerät und liest di
e Daten ein. Die Strecke, die Sie mit dem Navi zurückgelegt haben, wird dann auf der Karte eingeblendet. Außerdem erscheint dieser Pfad auch in der Sidebar unter Orte. Sie können ihn also auch als KMZ-Datei speichern und weitergeben.


Google vs. NASA

Google Earth

Als größter Konkurrent für Google Earth gilt World Wind, ein ebenfalls kostenloses Tool der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA ( PCP-Code: WORLDWIND). Aussehen und Bedienung der beiden virtuellen Globen sind sehr ähnlich. User außerhalb der USA dürften aber weniger Spaß an World Wind haben, denn im Rest der Welt kommt die Auflösung nicht an die von Google Earth heran. Dafür bietet World Wind von vornherein mehr wissenschaftliche Plug-ins. So können Sie den Erdball mit den Augen verschiedener Satelliten sehen, etwa mit meteorologischer oder topografischer 3D-Ansicht. Auch Naturereignisse wie Waldbrände oder Überschwemmungen stellt World Wind mit kleinen Icons auf dem Globus dar. Neben der Erde gibt es bei World Wind zudem den Mond und sogar den Mars zu sehen.

Insgesamt kann World Wind Google Earth nicht das Wasser reichen. Das NASA-Tool zeigt weniger Details, der Download ist mit 60 MByte aber mehr als viermal so groß. Außerdem sind das .NET-Framework 1.1 und DirectX Voraussetzung ( PCP-Code: WORLDWIND).

Google Earth im Browser

Wer nur die Grundfunktionen von Google Earth braucht, etwa um eine Route zu planen, kann sich die Installation sparen und auf die Google Maps zurückgreifen. Dort können Sie eine Kartenansicht wählen, die stark an eine klassische Straßenkarte erinnert, und eine Satellitenansicht, die Google Earth nachempfunden ist. Das Material stammt zum großen Teil aus den gleichen Quellen, ist jedoch bei Google Maps nicht so hochauflösend.

Als dritte Alternative gibt es eine Hybridansicht, die die beiden anderen Ansichten kombiniert. So finden Sie sich dank der Straßenkarte schnell zurecht, wissen aber auch, wie die Umgebung in der Wirklichkeit aussieht.

Auf die Plug-in-Schnittstelle muss man bei den Google Maps allerdings verzichten.