Apples im Angebot: Gravis eröffnet Flagship-Store

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Geflüstert wird schon lange, dass Apple echte Megaläden in Deutschland plant. Filialist Gravis kam dem mit einem eigenen Flaggschiff-Laden in Berlin zuvor, der heute eröffnet wird.

Für den Apple-Store wurden sogar in internationalen Gerüchte-Sites schon Adressen in Berlin gehandelt, so zum Beispiel die Räumlichkeiten der früheren Promarkt-Filiale am Kudamm. Bis jetzt ist aber nichts dergleichen passiert.

Archibald Horlitz, Chef der in Sachen Apple aktiven Ladenkette Gravis, fürchtet sich davor angeblich gar nicht:

“Wir erwarten bei einem möglichen Marktauftritt durch Apple-eigene Flagship-Stores eine deutlich verbesserte Präsenz der Marke Apple und der Produkte. Das wird dem gesamten Absatzkanal einen Schub geben.”

Einfach nur warten wollte er aber auch nicht. Er denkt schon über einen Börsengang nach, um sich finanziell zu rüsten, und hat den Gravis-Filialen bereits ein neues “Corporate Design” verpasst. Und heute eröffnet der neue Flagship-Store, bevor Apple ins Land kommt.

Gravis’ neues Flaggschiff befindet sich am Berliner Ernst-Reuter-Platz 9/10, nur eine U-Bahn-Station vom Bahnhof Zoo entfernt. Auf zwei Etagen mit rund 1500 qm darf man iPod und Mac “erleben”, und das auch in einem Café sowie separaten Lounges zu Themen wie Audio oder TV. Die Rede ist viel von Digital Life, und der “Claim” lautet, digitale Ideen zu erleben.

Kommen wir wieder auf den Boden zurück, und das sind nun mal die Preise. Da halten sich fast alle Läden, auch wenn größere wie Conrad mal Apples anbieten, fast sklavisch an die Vorgaben von Steve Jobs persönlich. Eine effektivere Kontrolle der Marktpreise dürfte bislang kaum eine Firma erreicht haben.

Auch Gravis weicht da gewöhnlich nur minimal nach unten ab. So kostet beispielsweise das Modell iMac Intel Core 2 Duo 2,16 GHz 1479,90 € anstelle der von Apple verlangten 1499,90 € – das sind exakt 1,33 Prozent weniger. Soll das Preiswettbewerb oder eine Simulation davon sein? So funktioniert Marktwirtschaft? Hallo, Wettbewerbshüter?

Zur Eröffnung des Flagship-Stores gibt es allerdings mal eine Ausnahme, aber nur dort und bis zum 24. 2. 2007, und wie üblich solange Vorrat reicht. Der gleiche iMac ist jetzt also für 1299 Euro zu haben. Das wäre immerhin schon ein Nachlass von 13,34 Prozent gegenüber Apples eigenem Preis, was sonst nie und niemals zu erwarten ist.

Das MacBook Pro CTO Intel Core 2 Duo 2,33 GHz gibt es für 2399 € statt 2669 € (Apples Vorgabe 2699 €). Gravis bewirbt außerdem noch eine Zugabe namens MacPack mit Gratissoftware und Gutscheinen, mit denen man andere Produkte noch ein bisschen billiger kaufen könnte. Ein echter Mehrwert ist darin aber beim besten Willen nicht zu erkennen.

Den iPod Video 80 GB gibt es für 349,90 statt 398,90 €, den iPod nano 8 GB für 199,90 statt 248,90 €. Zumindest beim Nano kommt der Nachlass auf 20 Prozent.

Weniger lohnend sehen die übrigen Angebote mit Produkten anderer Hersteller aus, bei denen selbst die Eröffnungsangebote von Gravis kaum unter den Preisen von Mitbewerbern liegen. So bietet Gravis den Belkin Tunecast II für 24,99 statt vorgeblichen 39,99 € an, die er mal gekostet haben soll. Das gleiche Teil gibt es aber gleich um die Ecke vom Gravis-Flaggschiff bei der K&M-Filiale in der Bismarckstraße 8 – auch wenn die weniger digitales Leben verströmt und man wie beim Discounter Schlange stehen muss – ganz regulär für 27,58 €.

Bei Produkten, auf denen kein angefressener Apfel klebt, gibt es eben noch so etwas wie Preiswettbewerb.

(bk)