CDU-Nachwuchspolitiker betrügt bei Ebay mit SPD-Namen

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Er war Vizegeschäftsführer der Jungen Union des Stadtstaates Bremen. Jetzt bekam er mit dem Staatsanwalt zu tun und seine Karriere einen Knick ins Kriminelle.

Der 21-jährige krallte sich die E-Mail-Adressen und weitere persönliche Daten von mehreren SPD-Politikern und einem FDP-Politiker. Mit diesen gestohlenen Identitäten meldete er sich bei Ebay an. So etwas ist offenbar noch immer spielend leicht möglich – ein nun schon länger andauernder Skandal, den das Auktionshaus locker auszusitzen versucht.

Die schräge Nummer flog erst auf, als die Leute von der ahnungslosen politischen Konkurrenz Ebay-Gebühren bezahlen sollten. Die SPD-Landtagsabgeordnete Petra Emmerich-Klopatsch bekam sogar Post vom Anwalt, der 160 Euro für Ebay eintreiben wollte, weil in ihrem Namen und ohne ihr Wissen rund 4000 Euro beim Auktionshaus umgesetzt wurden.

Robert-Stefan R. hat die Betrugsfälle inzwischen gegenüber der Polizei zugegeben. Er behauptet jedoch, sie seien nicht politisch motiviert gewesen.

Was hatte sich die Nachwuchshoffnung dann dabei gedacht? Vielleicht nur so eine kleine Vorübung für politische Lügen und handfeste Korruption? Man wird ja noch fragen dürfen.

Das Zeug zum echten Berufspolitiker hatte er offensichtlich nicht. Die lassen sich nämlich nicht so leicht erwischen.

(bk)

Rheinische Post