Einarmiger Bandit erliegt blauem Bildschirm des Todes

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Wenn XP den Jackpot trifft: Ein Motherboard-Hersteller wollte seine verlässlichen Entwicklungen in einem Glücksspiel-Automaten zeigen. Doch der Absturz lauert immer und überall.

Bei der International Casino Exhibition in London zeigten Hersteller ihre neuesten Spielgeräte, die ihrer Geldgier wegen nicht umsonst Einarmige Banditen genannt werden. Chip Mulligan vom INQ berichtet:

Der italienische Motherboard-Hersteller Zest, der aus Seco hervorging, demonstrierte die neuesten, hochverlässlichen Computer-Entwicklungen.

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Es scheint allerdings, dass jedenfalls diese Entwicklung noch nicht ganz reif für den großen Marktauftritt ist. Als wir vorbeikamen, hatte sich das Spiel komplett aufgehängt mit einem klassischen blauen Bildschirm des Todes. Das wäre nun wirklich richtig ärgerlich, wenn man gerade den Jackpot erwischt hätte! Wir sahen eine Stunde später noch einmal nach, und das Spiel befand sich noch immer im gleichen Zustand.

Das G40-Motherboard basiert auf einem Celeron M mit 800 MHz “Shelton” (ohne L2-Cache) und dem 852/855-Chipset. Das Gerät sieht ganz nett aus, hat aber auch die komplizierte RAS-Funktionalität integriert, über die Münz-Spielautomaten aufgrund der strikten Zulassungsbestimmungen in den USA verfügen müssen – oder um die Jungs von der russischen Mafia zu besänftigen.

Mit den 22 großen Elektrolytkondensatoren erscheint das Konzept jedoch reichlich überholt im Vergleich zu modernen Server-Motherboards mit ihren hochfrequenten Multi-Phase-Designs, die nur noch Keramikkondensatoren verwenden.

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Die meisten Motherboards, die in den letzten zehn Jahren für industrielle Anwendungen hergestellt wurden, sorgen für einen automatischen Reset im Falle eines Absturzes. Spielautomaten gehen sogar so weit, dass sie in den vorhergehenden Zustand zurückkehren – damit man seine Gewinne nicht verliert, so man die Maschine entgegen aller Wahrscheinlichkeit einmal geschlagen haben sollte.

(von Chip Mulligan / ins Deutsche übertragen von Bernd Kling)

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