Second Life – virtuelle Ersatzwelt
Bahnhof in der Wüste

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Das Phänomen Second Life lockt immer mehr IT-Firmen in die virtuelle3D-Welt. Doch keiner weiß, ob das Engagement echtes Geld bringt.

Big Business stürmt das 3D-Paradies

Second Life – virtuelle Ersatzwelt

»Was steht ihr hier so dumm rum?«, raunzt der Wildwest-Bandit Cheyenne seine Kumpels in der Wüste an und wirft ihnen Schaufeln vor die Füße: »Einen Bahnhof sollt ihr bauen. Und wenn er noch so beschissen aussieht. Hauptsache, ein Bahnhof.« Cheyenne wittert Dollars, wenn er an der Stelle einen Bahnhof baut, an der bald die neue Eisenbahnlinie vorbeikommen muss.

Diese Szene aus dem Western Once upon a time in the west könnte sich so ähnlich zurzeit auch in den Vorstandsbüros von Unternehmen wiederholen. Diesmal sind es keine unrasierten Schurken, sondern mit allen Wassern gewaschene Topmanager, die ratlos vor dem Internet-Phänomen Second Life (SL) stehen und überlegen, ob sie in der 3D-Welt eine Niederlassung eröffnen sollten. Es lockt der Linden-Dollar.

Seit Juni 2003 ist das Angebot von Linden Lab offiziell am Start. Die Zahl der Teilnehmer ist aber erst in den letzten Monaten explosionsartig angestiegen, im Oktober 2006 waren es eine Million. Seitdem gibt es kein Halten mehr, das Big Business stürmt das 3D-Paradies. Zuerst werden Manager vorgeschickt, die sich als Avatare umsehen sollen. Dann entsteht eine Dependance. Sun etwa will im Projekt Darkstar die Entwickler von Online-Spielen mit Server-Technik unterstützen. Dell verkauft virtuelle Computer und demnächst wohl auch echte PCs. Cnet präsentiert sein Verlagsgebäude. Reuters postet News aus beiden Welten. Seit Mitte Dezember mischt auch IBM mit. Aufgebaut werden soll ein virtueller Online-Shop, in dem Kunden ihre Avatare herumspazieren lassen, Produkte ansehen und sie dann fürs richtige Leben ordern.

Inzwischen hat die Zahl der Teilnehmer die 2-Millionen-Grenze überschritten. Weitere Firmenbesuche dürften der virtuellen Ersatzwelt sicher sein.

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