Microsoft lässt Wikipedia umschreiben – gegen Bezahlung

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Die Borg haben sich mal wieder bis auf die Knochen blamiert. Sie bezahlen offenbar Schreiber, um “zutreffende Informationen” über ihre Produkte in die Online-Enzyklopädie zu schmuggeln. Ähnliche Wikipedia-Manipulationen kosteten bereits einen US-Politiker seine Karriere, nachdem sie publik wurden.

Wie SiliconValley.com berichtet, versucht die Ballmer-Truppe inzwischen für die gezielte FUD-Vernebelung bei Wikipedia zu sorgen.

Der australische Autor Rick Jelliffe wurde von Microsoft gebeten, von ihnen so gesehene “Ungenauigkeiten” in Wikipedia-Artikeln über einen Open-Source-Dokumentenstandard und das rivalisierende Format von Microsoft zu korrigieren. Gute Bezahlung für seine wertvolle Arbeitszeit wurde gleich mit zugesichert.

Bei Jelliffe – CTO einer australischen Computerfirma – aber gerieten sie an einen wirklich unabhängigen Experten, der sich selbst nicht als parteiisch, sondern als einen “Aficionado” technischer Standards sieht. Er war zu Recht empört und ging an die Öffentlichkeit.

Wikipedia-Gründer Jimmy Wales war nun gar nicht amüsiert und äußerte sich “sehr enttäuscht” über die Vorgehensweise von Microsoft.

BorgLady Catherine Brooker hingegen versuchte ohne jedes Unrechtsbewußtsein den Schwarzen Peter auf IBM zu schieben. Sie unterstellte einfach, die technischen Artikel seien in erheblichen Umfang von den Big-Blue-Leuten geschrieben worden. Zu dieser Annahme kam sie, da IBM schon länger den unabhängigen, quelloffenen Standard unterstützt, und sie offenbar bei anderen die gleiche Mentalität wie in ihrer eigenen Truppe voraussetzt. Weil die gemeinschaftlichen Wikipedia-Mitverfasser aber nicht auf Microsofts Anregung hin freiwillig umschreiben wollten, hätte man eben ein wenig nachzuhelfen versucht.

(Nick Farrell/bk)

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