Microsoft wollte iPod assimilieren

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Bereits 2003 plante Microsoft einen iPod-Rivalen und wollte sich dafür sogar mit Apple verbünden. Das kam jetzt bei einem Microsoft-Kartellverfahren in Iowa heraus.

In diesem Verfahren tauchte eine E-Mail von Vista-Chefentwickler Jim Allchin auf, die seine Borgheit an Amir Majidmehr geschrieben hatte, im gleichen Hause zuständig für die Entwicklung der Abspielsoftware Windows Media Player. Allchin war offenbar höchst ungehalten über die Medienplayer der Microsoft-Partner Dell und Creative:

“Ich muss sagen, dass meine Erfahrung mit unserer Software und diesem Gerät (Nomad Jukebox Zen Xtra von Creative) wirklich furchtbar war. Apple ist einfach so weit voraus. Wie können wir sie (die unabhängigen Hardware-Anbieter) dazu bekommen, dass sie etwas entwickeln, das im Wettbewerb mit dem iPod bestehen kann? Ich habe mir das System von Dell angesehen, und das kann auch nicht mithalten.”

Majidmehr antwortete, jetzt verstehe Allchin endlich seine Schmerzen. Einige Geräte seien zwar besser als andere, aber keines sei eine Herausforderung für Apple.

Allchin packte daraufhin die Angst, Apples iPod ziehe die Leute vom Windows Media Player ab – und in seiner Verzweiflung wollte er sich sogar Apple-Chefprediger Steve Jobs an die Brust werfen:

“Ich glaube, ich sollte mit Jobs reden. Gleich jetzt. Ich glaube, ich sollte ein Gespräch über unsere (sic) Unterstützung für den iPod in Gang bringen. Wenn sich da nichts ändert, wird der iPod die Leute vom Windows Media Player abziehen.”

Steve Jobs hat die Nachricht entweder nie bekommen oder gar nicht erst geantwortet, so dass Microsoft seinen Medienplayer Zune alleine bauen musste. Und so ist er nun, der Zune.

(Nick Farrell/bk)

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