Google.de verpennt Domainwechsel

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Die deutsche Domain der Suchmaschine ging in der Nacht perdu. Inzwischen lichten sich die Nebel und lassen erkennen, wie das geschehen konnte. Die Domainpiraten hatten es erstaunlich leicht.

Da hatte einer einfach bei einem der vielen deutschen Provider eine Domain bestellt, und die von Google.de gefiel ihm eben gut. Also gab er an, das wäre die seine. Beim Provider Goneo ging das seinen üblichen automatischen Lauf. Kein menschliches Auge fiel auf den KK-Antrag, bevor er an DeNIC weitergeleitet wurde.

Die fragten – natürlich auch ohne menschliche Wachsamkeit – bei Google nach, ob das klar ginge mit der Weitergabe von Google.de. Dort sah auch keiner hin. Als keine Reaktion von Google kam, legte man das bei DeNIC ganz automatisch als freiwillige Aufgabe der Domain aus.

Deutsche Google-Sucher landeten also heute Nacht bei einer von Goneo gehosteten Seite, die noch gar keine Inhalte hatte. Bei Goneo aber bekam das dann doch noch jemand mit, der das schließlich den Leuten von DeNIC verklickerte.

Die machten die Übertragung rückgängig, aber damit war die Domain noch lange nicht wieder bei Google. Erst machte sie noch einem Umweg zu einer Internet-Firma in Wiesbaden, denn da war Google.de offenbar ebenfalls beansprucht und zugesprochen worden. “Google kurzzeitig in hessischer Hand“, konnte daher Förderland, eine Website für Gründer und Unternehmer, fröhlich berichten.

Auch Suchbemühungen über Google.com gingen vorübergehend nach Wiesbaden, da Google.com Anfragen von deutschen IP-Adressen wieder zu Google.de schickt. Heute morgen endlich lichtete sich der Reigen der Weiterleitungen wieder.

Wenn sich an den automatischen Prozeduren nichts ändert, wird schon bald von der nächsten Domainwechsel-Runde zu berichten sein, wie sie auch Ebay bereits in ähnlicher Form bereits erleben durfte.

(bk)

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