Musikfirmen ballern gegen Internet-Anbieter

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Die Stoßtruppen der Musikbranche bedrängen die ISPs, alle von ihnen benannten angeblichen Piraten vom Netz zu trennen – ohne ein Gericht zu bemühen oder so etwas wie Beweise.

Wie der Independent berichtet, bedroht die International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) nicht kooperationswillige Internet Service Provider damit, sie anstelle der “Piraten” zu hängen.

IFPI-Chef John Kennedy ließ sich vernehmen, Mengen illegal getauschter Dateien gingen über die Netzwerke der ISPs, und es wäre an der Zeit, dass die Provider auch die Verantwortung dafür übernähmen.

Kennedy würde ja so gerne partnerschaftlich mit den ISPs zusammenarbeiten. Er sei aber ziemlich frustriert über Firmen, die nichts gegen ihre in illegale Aktivitäten verwickelten Kunden unternehmen. Deshalb stehe er bereits in den Startlöchern. Er wolle widerspenstige Internet-Provider vor Gericht schleppen und ihnen Schadenersatz abnehmen, und das eher schon in Wochen als in Monaten.

Seiner Ansicht nach sollten ISPs allen Benutzern die Leitung kappen, die sich weigern, mit dem illegalen Austausch von Musikdateien aufzuhören, da dies den Bruch einer Kundenvereinbarung bedeute.

Ein Sprecher der Internet Service Providers Association wies jedoch darauf hin, dass die ISPs nur “Übertragungskanäle für Informationen” darstellen und daher nicht für eventuelle Verstöße ihrer Kunden haftbar gemacht werden können:

“Internet-Anbieter können nicht jedes Datenpaket untersuchen, das über ihr Netzwerk geschickt wird.”

Eine Sprecherin des Providers Tiscali erklärte, die IFPI müsse beweisen, dass ein Benutzer illegal gehandelt habe, und sie sollte sich zudem an den Kosten beteiligen, die bei der Beilegung von Meinungsverschiedenheiten entstünden. Im letzten Jahr weigerte sich Tiscali, die Accounts von 17 Kunden zu schließen, von denen die britischen Musik-Rechteverwerter behaupteten, sie hätten in illegaler Weise Dateien getauscht. Tiscali befand die vorgelegten Beweise für zu dünn.

(Nick Farrell/bk)

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