Computerspiele erst ab 31?

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Die Kreuzzügler gegen “Killerspiele” drehen immer absurdere Kapriolen. Ein Gesetzesvorschlag im Staat New York verlangt die Abschiebung “erwachsener” Computerspiele in so etwas wie eine Porno-Ecke. Und wer auf den ersten Blick nicht wie älter als 30 aussieht, dessen Alter soll der Verkäufer erst einmal per Ausweis überprüfen.

Auch in den USA darf man im Alter von 30 Jahren bereits Alkohol konsumieren, Geschlechtsverkehr haben, heiraten, Auto fahren, Schusswaffen horten – und verfügt sogar über das gesetzliche Wahlrecht. Wenn ein Gesetzesvorschlag des demokratischen Kongressabgeordneten Keith Wright durchkommt, kann er aber im US-Staat New York nicht mehr einfach in einen Laden gehen und ein Computerspiel seiner Wahl kaufen. Das bekäme man als 30-jähriger nicht einmal zu sehen, bevor man dem Verkäufer nicht durch Vorzeigen des Ausweises seine Volljährigkeit beweist.

Abgeordneter Wright ist offenbar auf 150-prozentige politische Korrektheit bedacht. Was er unter “erwachsenen” Computerspielen versteht, die den Bis-30-jährigen nur noch erschwert zugänglich sein sollen, ist daher ziemlich weit gefasst. Dafür reicht nämlich schon die bloße Darstellung von

– der Ausführung eines gewaltsamen Verbrechens
– Selbstmord
– sexueller Gewalt
– gewaltsamem Rassismus
– religiöser Gewalt (nein, Kreuzzüge sind natürlich nicht gemeint)
– illegalem Gebrauch von Drogen und Alkohol

Das findet zwar alles täglich in fast jeder Fernsehserie statt. Würde es in welcher Form auch immer in einem Computerspiel thematisiert, käme es jedoch in eine Ecke “nur für Erwachsene” und müsste vor den Augen der Öffentlichkeit verborgen werden.

Ob es einem Dreißigjährigen hilft, wenn er seine Eltern mitbringt?

(Nick Farrell/bk)

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